Zwischenfruchtanbau
Der Zwischenfruchtanbau im Winter vor Zuckerrüben hat sich aus vielerlei Gründen als vorteilhaft erwiesen. Einerseits können mit resistenten Pflanzen wie Ölrettich oder Gelbsenf sehr effektiv Rübenzystennematoden abgebaut werden, andererseits sind Zwischenfrüchte Grundlage des im Zuckerrübenanbau verbreiteten Mulchsaatverfahrens. Außerdem schützen Zwischenfrüchte den im Winter brachliegenden Boden vor Erosion. Reststickstoff der Vorfrucht wird von dem sich im Herbst entwickelnden Pflanzenbewuchs gebunden und unterliegt im Winter nicht der Auswaschungsgefahr.
Der Nutzen für den Boden ist aber darüber hinaus ausgesprochen vielfältig und sehr wertvoll. Denn die Wurzeln von Zwischenfrüchten erzeugen eine günstige Bodenstruktur und sind sogar in der Lage strukturgeschädigte Flächen zu sanieren. Tiefwurzelnde Arten wie Ölrettich oder Öllein durchwachsen mit ihren Pfahlwurzeln verdichtete Zonen und brechen sie auf. Flachwurzelnde Zwischenfrüchte sorgen für günstige Krümelstrukturen und Bodengare. Das abgestorbene Pflanzenmaterial dient unzähligen Bodenlebewesen als Nahrung.
Seit 2016 erhalten die landwirtschaftlichen Betriebe für den Anbau von Zwischenfrüchten Prämienzahlungen. Dafür sind Richtlinien zu befolgen, die die Flächen als ökologische Vorrangflächen ausweisen. Erst dann ist der Zwischenfruchtanbau „greening-fähig“, das heißt die Prämie kann gezahlt werden.
Eine greening-fähige Zwischenfrucht muss aus mindestens zwei Fruchtarten bestehen. Pro Fruchtart darf der Anteil der Samen nicht mehr als 60 Prozent überschreiten. Die betriebliche Fruchtfolge entscheidet über die Mischung. Dabei ist besonders zu beachten, dass die Zwischenfrüchte nicht die Krankheiten oder Unkräuter für die Folgefrucht vermehren. Vor einer Zuckerrübenaussaat bietet sich auf Flächen mit Nematodenbefall eine Mischung von resistentem Ölrettich und Gelbsenf an. So kann der Besatz mit Zysten und Älchen reduziert werden.
Bis zum 1. Oktober muss die Aussaat erfolgt sein und erst ab dem 15. Februar darf die Pflanzendecke oder der Pflanzenmulch wieder entfernt werden. Während der gesamten Anbauperiode ist der Einsatz von Düngern und von Pflanzenschutzmitteln untersagt. Ausschließlich zur Aussaat kann eine Startdüngung gegeben werden. Das Entfernen der Zwischenfrucht oder Mulchauflage darf ausschließlich mechanisch erfolgen.
Im Gegensatz zu nematodenresistenten Zuckerrübensorten reduzieren tolerante Sorten den Nematodenbesatz des Bodens nicht. Doch der Ertrag resistenter Sorten reicht noch nicht für einen wirtschaftlichen Anbau aus.
Bei Nematodenbefall empfiehlt es sich deshalb besonders vor der Zuckerrübenaussaat und bei Raps in der Fruchtfolge den Nematodenbesatz mit Hilfe von nematoden-resistenten Zwischenfrüchten zu verringern. Mit resistenten Zwischenfrüchten werden die Nematodenlarven zum Schlüpfen gereizt, doch in den Wurzeln finden sie nur schlechte Ernährungsbedingungen vor. Die Anzahl der Nematodenzysten im Boden wird dezimiert.
Wirtspflanzen des Nematoden „Heterodera schachtii“ im Ackerbau sind Zuckerrüben, Futterrüben, Raps und verschiedene Ackerkräuter. Die Wirtspflanzen reagieren mit der Bildung eines speziellen Nährzellensystems, nachdem die Nematodenlarve mit ihrem Mundstachel Sekret in die Wurzelzelle abgegeben hat. Das Nährzellengewebe ist sehr stoffwechselaktiv und entzieht der Pflanze wichtige Stoffe für die Ernährung der Nematoden. In resistenten Pflanzen hingegen wird das überlebenswichtige Nährzellengewebe nur ungenügend ausgebildet. Die mangelnden Ernährungsbedingungen lassen insbesondere viele Nematodenweibchen absterben, denn diese benötigen mehr Nahrung. Nur wenige Weibchen überleben, können begattet werden und reifen zu den eiertragenden Dauerzysten aus. So kann mit Hilfe von resistenten Zwischenfrüchten der Zystenbesatz um bis zu 90 Prozent reduziert werden.
Grafik: Nematodenreduktion mit Hilfe resistenter Zwischenfrüchte
1. Die zitronenförmigen Zysten überdauern im Boden. In den Zysten befinden sich die Eier mit den Nematodenlarven. 2. Ausscheidungen der Wurzeln erzeugen einen Schlupfreiz. Die Larven verlassen die Zyste und wandern zu den Wurzeln. 3. Die Nematodenlarven dringen kurz hinter der Wurzelspitze mit Hilfe ihres Mundstachels in das Wurzelgewebe ein. 4. Im Wurzelgewebe von resistenten Zwischenfrüchten entwickelt sich kaum Nährgewebe. 5. Nur für die männlichen Larven sind die Ernährungsbedingungen ausreichend. 6. Nur wenige Weibchen reifen aus, viele sterben ab. 7. Nur wenige Weibchen können begattet werden und reifen ab. Im Boden ist der Befall mit Zysten deutlich reduziert.

2. Ausscheidungen der Wurzeln erzeugen einen Schlupfreiz. Die Larven verlassen die Zyste und wandern zu den Wurzeln.
3. Die Nematodenlarven dringen kurz hinter der Wurzelspitze mit Hilfe ihres Mundstachels in das Wurzelgewebe ein.
4. Im Wurzelgewebe von resistenten Zwischenfrüchten entwickelt sich kaum Nährgewebe.
5. Nur für die männlichen Larven sind die Ernährungsbedingungen ausreichend.
6. Nur wenige Weibchen reifen aus, viele sterben ab.
7. Nur wenige Weibchen können begattet werden und reifen ab. Im Boden ist der Befall mit Zysten deutlich reduziert.
Vorteile des Zwischenfruchtanbaus speziell vor Zuckerrüben:
• Schutz vor Bodenerosion
• Verminderung von Nitratauswaschung
• Biologische Nematodenbekämpfung
• Verbesserung der Bodenstruktur in tieferen Bodenschichten
Die Zwischenfruchtanbau unterliegt regional starken Schwankungen. Während in den Gebieten Deutschlands mit engen Fruchtfolgen die Bedeutung der Zwischenfrüchte - besonders Ölrettich und Senf - für die Nematodenbekämpfung überwiegt, dominiert in den süddeutschen Gebieten, die vielfach erosionsgefährdete Hangneigungen aufweisen, Phacelia.
Voraussetzung für einen erfolgreichen Zwischenfruchtanbau ist eine ausreichende Wasserversorgung, die auf Standorten mit ausgeprägtem Kontinentalklima nicht immer gewährleistet ist. Statt einer Mulchsaat in Zwischenfruchtrückstände präferiert die Landwirtschaft dort das Strohmulchverfahren. Es erfüllt hinsichtlich Erosionsschutz und Verbesserung der Bodenstruktur ähnliche Aufgaben wie die Zwischenfrucht, spart jedoch erhebliche Wassermengen ein und ist in der Regel auch kostengünstiger.
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