Zuckerrüben aktuell aus Timmern 2022

5. April

Wie kalt war es denn?

Die Wetterprognose für die erste Aprilwoche meldete Frost, eine Woche nach der Aussaat unserer Feldtagsfläche in Timmern, Landkreis Wolfenbüttel. Ein willkommener Anlass für uns, einen Datenlogger mit zwei Temperatursensoren auf dem Feld zu installieren. Die Messung erfolgte vom 31. März bis zum 4. April mit einem Messintervall von 15 Minuten. Die Sensoren wurden jeweils 5 cm über und unter der Bodenoberfläche installiert. In der Nacht zum 1. April fielen ca. 4 cm Schnee, die am Folgetag langsam abtauten und etwas willkommene Feuchtigkeit für den Boden brachten.

Am 3. April wurde um 3:00 Uhr morgens das Temperaturminimum von -6,2 °C erreicht, die Dauer der Kältephase betrug einige Stunden.

Bemerkenswert ist, dass wenige Zentimeter Boden ausreichten, das Eindringen der Kälte in den Boden abzupuffern und zeitlich zu verzögern.

Im Zeitraum der Messung hatten die Saatgutpillen eine ca. 1 cm lange Keimwurzel, jedoch noch nicht die Bodenoberfläche durchstoßen. Die Aussaat erfolgte am 25. März.

12. April

Auftreten von Blattläusen: Die Entwicklung der Temperatursummen kann Hinweise geben 

Ab einer Temperatursumme von ca. 300 °C ist mit der Beobachtung erster Blattläuse auf den Winterwirten zu rechnen, die sich auf die Besiedelung der Sommerwirte vorbereiten. Auf unseren Monitoringpflanzen an Feldrändern sind z. B. zahlreiche Schwarze Bohnenläuse am Pfaffenhütchen zu finden. Bei weiter zunehmenden Temperaturen entwickeln sich geflügelte Individuen, welche bei günstigen Wetterbedingungen die Reise zu unseren Zuckerrüben und anderen Pflanzen antreten.

In Ostniedersachsen sind die ersten Blüten am Schwarzdorn geöffnet, und nach ein paar Stunden schöner Sonne werden die restlichen, prallen Knospen folgen und sich nächste Woche in ein weißes, duftendes Blütenmeer verwandeln. Dieses stellt zusammen mit den Blüten der Kornelkirsche den ersten reich gedeckten Tisch für unsere nützlichen Freunde, die Schwebfliegen, dar.

In der Kalenderwoche 16 startet das wöchentliche Schädlingsmonitoring für Nordzucker, für das wir in unserer Region drei Standorte betreuen. Bitte achten Sie auf Ihre kleinen Rüben.

26. April

Der Feldaufgang ist abgeschlossen.

Gut 4 Wochen nach der Aussaat ist der Feldaufgang in Timmern abgeschlossen. Das erste Laubblattpaar bildet sich bei fast allen der Jungpflanzen gut aus. Die Keimung wurde durch viele sehr kalte Nächte verzögert. Trotzdem hat sich auf dem Standort ein guter, homogener Bestand entwickelt. Schädlinge wurden bisher nicht bonitiert. Allerdings sieht man vereinzelt abgezupfte Keimblätter. Das Schadbild ordnen wir der Feldlerche zu. 

Heute wurden auf unserer Fläche am Feldrand die Hauben unserer Testsaatguterzeugungen aufgestellt. Die Hauben sollen die blühenden Pflanzen vor Fremdbestäubungen isolieren.

 

 

4. Mai

Vier verschiedene Aussaatzeiten

Für unseren Feldtag im Sommer als Demo haben wir in diesem Jahr zu vier verschiedenen Aussaatterminen Zuckerrüben gedrillt. Nach der Hauptbestellung am 25. März folgten noch 3 weitere Aussaaten im Abstand von jeweils 14 Tagen. Heute am 4. Mai wurde die letzte Aussaat per Handdrille in der Parzellenanlage in Timmern vorgenommen. Tatsächlich ist es in diesem Jahr so, dass vereinzelt noch Anfang Mai Flächen neu eingesät wurden.

Die Rüben, die am 25. März gesät wurden, sind jetzt in Stadium 12. Zunehmend macht sich die Trockenheit bemerkbar. Das zeigt sich z.B. bei den später ausgesäten Rübenparzellen, hier trocknet das Saatbett jetzt bedenklich aus. 

Blattläuse konnten weiterhin an den Rüben nicht beobachtet werden.

 

 

10. Mai

Die Blattläuse sind in den Rüben.

Die schwarzen Bohnenläuse haben sich schnell in wenigen Tagen auf den Rüben in Timmern vermehrt. Die Schadschwelle von 30 Prozent war gestern noch nicht erreicht. Wir ermittelten 19 Prozent befallene Pflanzen. Allerdings zählten wir in einem anderen Rübenbestand - Luftlinie wenige Kilometer entfernt - bereits 42 Prozent befallene Pflanzen. Grüne Pfirsichblattläuse wurden noch nicht beobachtet.

Um die Schadschwelle zu ermitteln, werden 100 Pflanzen untersucht. Optimalerweise wird an mehreren Stellen im Bestand gezählt: entweder 10*10 Pflanzen oder 4*25 Pflanzen überprüft. Eine Laus pro Pflanze entspricht 1 Prozent Befall. Mehrere Läuse pro Pflanze wird ebenfalls als 1 Prozent Befall gewertet.

Die Schadschwelle für die Schwarze Bohnenlaus beträgt 30 Prozent befallene Pflanzen.

Die Schadschwelle für die Grüne Pfirsichblattlaus beträgt 10 Prozent befallene Pflanzen. 

Die Läuse verbergen sich auf der Blattunterseite oder im Herzblattbereich. Ein Symptom für Lausbefall ist das Wölben der kleinen jungen Laubblätter. Diese werden umgewendet, um die Läuse zu identifizieren. Die Grünen Pfirsichblattläuse sind sehr schwer zu erkennen, die Pflanze muss intensiv begutachtet werden. Eventuell ist ein Lupe hilfreich.

Das Nordzucker Blattlausmonitoring wird immer Mittwochs aktualisiert. Schauen Sie im Agriportal nach!

Ihre Ansprechpartner zu pflanzenbaulichen Themen bei Strube Söllingen

Tobias Bokeloh
Anbautechnische Versuche / Beratung

0 53 54 80 92 06

t.bokeloh@strube.net

Antje Schneider
Anbautechnische Versuche / Beratung

0 53 54 80 92 01

a.schneider@strube.net