17. April 2018 | Späte Aussaaten werden immer seltener.

In den letzten Jahren läßt sich beobachten, daß die Zuckerrübenaussaat tendenziell immer früher stattfindet. Frühe Aussaaten sind einerseits sinnvoll, da sie die Vegetationszeit verlängern und dadurch für höhere Ernteergebnisse sorgen. Andererseits sind sie riskant. Die Wahrscheinlichkeit für Frost und niedrige Temperaturen steigt. Läßt sich eine frühere Zuckerrübenaussaat anhand phänologischer Daten belegen?

Grafik: Beginn der Zuckerrübenaussaat in den deutschen Naturräumen nach Phänologie-Datenbank des DWD
von 1951 - 2017, Daten: DWD CDC 2018, eigene Berechnungen

Die Grafik zeigt für die Jahre von 1951 bis 2017 den Aussaatbeginn von Zuckerrüben in den deutschen Naturräumen. Ein Datenpunkt entspricht einem Naturraum. Betrachtet man den mittleren Trend (Median über alle Naturräume), dann beginnt die Zuckerrübenaussaat heute gut 16 Tage früher als in den 50er Jahren. Im Zeitraum von 1951 bis 2017 verfrühte sich die Aussaat jedes Jahr um 0,25 Tage. 1951 starteten die Rübensaaten in den meisten Naturräumen um den 20. April.

Bis Ende der 80er Jahre war die Zuckerrübenaussaat bis weit in den Mai üblich. Heute sind es Ausnahmefälle. In sehr nassen Frühjahren, auf schweren kalten Böden oder bei Umbruch kann sich die Aussaat bis in den Mai hinein ausdehnen. Außerdem wird deutlich, dass die Schwankungsbreite der Saattermine abgenommen hat. Insbesondere in den letzten 25 Jahren ergeben sich kompaktere Saatfenster über die Naturräume. Mit Hilfe von Schlagkraft und Saattechnik konnte der Saatzeitraum um gut 20 Tage verkürzt werden.

Die frühen Aussaattermine hingegen zeigen kaum einen Trend hin zu noch früheren Aussaaten. Dagegen verfrühten sich die späteren Saaten um 0,56 Tage pro Jahr. Der spätere Saatbeginn ist von 1951 bis heute um rund 38 Tage zurückgegangen. Bei genauerer Betrachtung der Naturräume zeigt sich hier: In den traditionell spät zu bestellenden Naturräumen wird immer früher gesät. Spätsäer drillen also früher. 

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) beschäftigt an rund 1200 Standorten im Bundesgebiet die sogenannten phänologischen Jahresmelder. Sie erfassen und dokumentieren definierte Wachstumsstadien der wichtigsten landwirtschaftlichen und gärtnerischen Kulturen sowie von Wildpflanzen. Erfasst werden natürliche Erscheinungen, wie die Apfelblüte oder der Reihenschluss der Zuckerrüben. Aber auch bestimmte Ereignisse wie der Beginn der Zuckerrübenaussaat wird festgehalten. Phänologische Daten sind wichtige Indikatoren fürdie Auswirkung von Klimaveränderungen.

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