Sortenversuch in der Schweiz: Tolerante Sorten und Fungizidbehandlung sind beste Lösung bei Cercospora

Das Saatzuchtunternehmen Strube hat 2018 in einem Gemeinschaftsprojekt mit der Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften BFH-HAFL (Zollikofen, Schweiz), der Zuckerrübenfachstelle der Schweiz sowie der Firma Stähler einen Versuch zu Cercospora beticola Sacc. bei Zuckerrüben durchgeführt. Untersucht wurden Krankheitsbefall, Ertrag und Qualität von vier Zuckerrübensorten mit unterschiedlichen Cercosporatoleranzniveaus in Kombination mit drei Befallsintensitäten. Stattgefunden hat der Versuch an Schweizer Standorten mit starkem Befall.


Cercospora-Blattflecken sind die bedeutendste Krankheit im Zuckerrübenanbau in der Schweiz und in vielen Rübenanbaugebieten Europas. Auch intensivste Fungizidbehandlungen bieten keinen ausreichenden Schutz, was zu signifikant sinkenden bereinigten Zuckererträgen (BZE) um bis zu 40% führen kann. Ziel des Gemeinschaftsprojekts war es, herauszufinden, ob Zuckerrübensorten mit sehr hoher Toleranz gegenüber Cercospora einen wesentlichen Beitrag zur Sicherung der Erträge und Realisierung des Standortpotenzials leisten können.

Die Ergebnisse des Versuchs zeigen, dass die Fungizidvariante mit dem höchsten Schutz bei allen getesteten Sorten eine hohe Blattgesundheit bis zur Ernte erhielt und auch den höheren BZE an beiden Standorten lieferte. Im Gegensatz dazu konnte mit der Standardfungizidvariante der gewünschte Schutz nicht erreicht werden, was sich in deutlich niedrigeren bereinigten Zuckererträgen abzeichnete. Ursache könnte das Shifting der Cercospora-Populationen gegenüber den eingesetzten Triazolen sein.

Das standortspezifische Ertragspotenzial kann demnach nur in Kombination von toleranten Sorten und gezieltem Fungizideinsatz realisiert werden. Dabei sind die Forderungen an alle im Zuckerrübenanbau Beteiligten eindeutig zu benennen: steigende Sortentoleranz (Züchtung), wirksame Fungizide (Pflanzenschutzindustrie), Optimierung der Anbaumaßnahmen (Landwirte und Beratung) und verlässliche und langfristig ausgelegte Rahmenbedingungen (Politik).

Die getesteten Sorten

Für den Versuch wurden die Sorten tesla (im 2. Prüfjahr), hannibal und strauss (alle Strube D&S GmbH) sowie eine Standardsorte des Wettbewerbs herangezogen. Die Ergebnisse des Versuchs zeigen, dass tesla an beiden Standorten in allen Fungizidvarianten deutlich weniger Befall als hannibal, strauss und die Standardsorte des Wettbewerbs zeigte. Dabei erzielte tesla zudem den höchsten bereinigten Zuckerertrag.
Daraus resultiert, dass tesla neben dem leichten Ertragsvorteil aufgrund der hohen Cercosporatoleranz auch eine kostengünstigere Fungizidstrategie mit sich bringen könnte. Denkbar ist auch ein deutlich reduziertes Primärinokulum für die gesamte Fruchtfolge aufgrund der hohen Toleranz. Dies wiederum könnte zu einem insgesamt sinkenden Cercosporadruck in der Feldflur führen.
Insgesamt stellt tesla damit für alle Standorte mit hohem bis sehr hohem Cercosporadruck eine besondere Vorzüglichkeit dar.

Strube Saatzucht Cercospora Versuch Forschungsprojekt
Von Cercospora befallene Rübenblätter.
Quelle: Strube D&S GmbH

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