Home Produkte Service Forschung und Entwicklung Produktion Über uns 140 Jahre Strube Geschäftsführung Mitarbeiter Globale Präsenz Zahlen und Fakten Presse und Medien Agrarbetriebe Jobs und Karriere

Pressemitteilung

14.10.2016

Saatguthersteller Strube GmbH & Co. KG will sich über Schutzschirmverfahren neu aufstellen


Söllingen/Wolfsburg, 14.10.2016

•    Grund sind Rechtsstreitigkeiten mit einem ehemaligen Kooperationspartner aus Belgien, der per Schiedsspruch in seinem Heimatland eine hohe, rechtlich jedoch strittige Zahlungsverpflichtung sowie nicht näher definierbare Herausgabeansprüche erwirkt hat

•    Das Schutzschirmverfahren gewährt dem ansonsten gesunden Saatguthersteller Schutz vor einer möglichen Vollstreckung. Strube hält sich auf diese Weise mehrere Optionen offen, um als eigenständiges Unternehmen weiter am Markt zu agieren.

•    Der Geschäftsbetrieb der Strube GmbH & Co. KG läuft ohne Einschränkungen weiter, Kunden erhalten weiter alle Produkte und Dienstleistungen des Saatgutherstellers. Andere Unternehmen der Strube-Gruppe sind von dem Antrag nicht betroffen. 

 

Die Geschäftsführung des Saatgutherstellers Strube GmbH & Co. KG hat am 12. Oktober beim zuständigen Amtsgericht in Wolfsburg einen Antrag auf Eröffnung eines Schutzschirmverfahrens in Eigenverwaltung gestellt. Das Amtsgericht hat diesem Antrag stattgegeben und Arndt Geiwitz von der bundesweit tätigen Wirtschaftsprüfungs- und Rechtsanwaltskanzlei Schneider Geiwitz und Partner zum vorläufigen Sachwalter bestellt.  

Die Geschäftsführer von Strube bleiben in voller Verantwortung für das operative Geschäft. Aufgrund der aktuellen Situation wurde Rechtsanwalt Sebastian Rudow, Sanierungsexperte der Kanzlei Wellensiek Rechtsanwälte, zusätzlich in die Geschäftsführung bestellt.

Der Antrag auf ein Schutzschirmverfahren war notwendig geworden, da sich Strube nach langen Auseinandersetzungen von seinem langjährigen Kooperationspartner aus Belgien getrennt hat. Der Trennungsprozess führte zu einem Schiedsverfahren in Belgien mit einem Mitte 2015 gesprochenen vorläufigen Schiedsspruch, der Strube mit einer hohen, rechtlich jedoch strittigen Zahlungsverpflichtung sowie nicht näher definierbare Herausgabeansprüche belegte. Dies hat Strube nicht akzeptiert, da nach Ansicht der Rechtsberater der vorläufige Schiedsspruch zwingend aufgehoben werden muss. Strube reichte deshalb noch 2015 in Belgien eine Aufhebungsklage ein. Dieses Klageverfahren läuft noch.

Ungeachtet der rechtlichen Bewertung drohte nun auf der Grundlage des vorläufigen Schiedsspruchs die Vollstreckung in Deutschland. Zuletzt aufgenommene Gespräche, in denen das Unternehmen Strube für seinen ehemaligen Kooperationspartner völlige Transparenz angeboten sowie ein finales, sehr weit gehendes Vergleichsangebot unterbreitet hat, verliefen ohne Ergebnis.

 

Das Verfahren hat keine Auswirkungen auf das operative Geschäft der Strube GmbH & Co. KG. Der Geschäftsbetrieb läuft ohne Einschränkungen weiter. Das Unternehmen ist weiterhin für seine Kunden mit gewohnter Qualität und bekanntem Service am Markt tätig. Die Auslieferungen für die kommende Aussaat werden planmäßig stattfinden. Andere Gesellschaften der Unternehmensgruppe sind nicht von dem Antrag betroffen.

Obwohl das operative Geschäft von Strube gesund ist und die Produkte nicht zuletzt aufgrund der sehr guten Entwicklungs- und Zuchtaktivitäten qualitativ gefragt sind, wäre die Strube GmbH & Co. KG durch eine mögliche Vollstreckung insolvenzreif.

Mit dem eingeleiteten Schutzschirmverfahren ist Strube vor den streitigen Ansprüchen des ehemaligen Kooperationspartners geschützt. Vollstreckungsbescheide, die aufgrund des in hohem Maße streitigen belgischen Schiedsspruches erlangt würden, können nicht vollzogen werden. Strube hält sich auf diese Weise mehrere Optionen offen, um als eigenständiges Unternehmen weiter am Markt zu agieren.

 

Medienkontakte


Strube GmbH & Co. KG

Elisabeth von Westarp
Pressereferentin
Kommunikation & Marketing

T    +49 5354 809 959
M   +49 170 656 28 72
F    +49 5354 809 937
presse@strube.net

    Pressesprecher der Sanierer

Holger Voskuhl
Kommunikationsberatung
rw konzept GmbH

T    +49 2214 007 387
M    +49 170 2101 523
F    +49 2214 007 388
voskuhl@rw-konzept.de

 


Über Strube GmbH & Co. KG
Die Strube GmbH & Co. KG aus Söllingen/Landkreis Helmstedt veredelt und vermarktet international Saatgut für die Landwirtschaft und Industrie. Strube bietet seinen Kunden sowohl leistungsfähige Sorten in herausragender Saatgutqualität als auch fundierte und individuelle Beratungen zum Anbau und zur Verarbeitung des Saatguts. Das Unternehmen erwirtschaftet mit 230 Beschäftigten einen Jahresumsatz von etwa 80 Millionen Euro. Mehr Informationen: www.strube.net

Über ein Schutzschirmverfahren
Das Schutzschirmverfahren wurde im Jahr 2012 mit dem Gesetz zur weiteren Erleichterung der Sanierung von Unternehmen (ESUG) eingeführt und soll einen Anreiz bieten, frühzeitig einen Insolvenzantrag zu stellen, um so Sanierungschancen von Unternehmen in der Krise zu verbessern. Voraussetzung für ein Schutzschirmverfahren ist, dass das Unternehmen zum Zeitpunkt der Antragstellung noch nicht zahlungsunfähig ist. Es erhält dann die Möglichkeit, einen Insolvenzplan zur Sanierung vorzubereiten. Mit dem Antrag muss eine mit Gründen versehene Bescheinigung eines in Insolvenzsachen erfahrenen Steuerberaters, Wirtschaftsprüfers oder Rechtsanwalts oder einer Person mit vergleichbarer Qualifikation vorgelegt werden, aus der sich ergibt, dass drohende Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung, aber keine Zahlungsunfähigkeit vorliegt und die angestrebte Sanierung nicht offensichtlich aussichtslos ist. Das Schutzverfahren findet in der Eigenverwaltung statt. Das heißt, die Geschäftsführung bleibt im Amt und in der operativen Verantwortung. Sie bekommt zusätzlich einen vom Gericht bestellten vorläufigen Sachwalter an die Seite, der das Unternehmen im Sinne der Gläubiger bei den anstehenden Aufgaben unterstützt und überwacht.  


Quelle: Strube GmbH & Co. KG

PDF download
4510-35-134