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Zuckerhandelspreise an den Börsen in London und New York, sowie innerhalb der EU

 
Weltzuckerpreise
 

Die Zuckerwirtschaft nähert sich einem historischen Datum: Mit dem Auslaufen der EU-Zuckermarktordnung am 30. September 2017 wird in Zukunft der Blick auf die Zuckerpreise für Anbauer und Verarbeiter ähnlich wichtig werden, wie es bereits bei anderen Agrarprodukten der Fall ist. Zurzeit befindet sich der Weltmarktpreis für Zucker, aus Sicht eines Charttechnikers und für ein Jahr betrachtet, im freien Fall. 

 

Die leichten Erholungsansätze im Juni und August haben sich als nicht nachhaltig gezeigt. Indien und Europa produzieren hohe Zuckermengen. Der durch Hurrikan Harvey angestiegene Ölpreis hat für eine ansteigende Ethanolproduktion aus Rohzucker gesorgt, allerdings reichen die dadurch vermiedenen Zuckermengen kaum aus, um den Preis zu stützen. (27.09.2017)


Weltzuckerpreise

 

Laut Prognosen wird für die Wirtschaftsjahre 2016/17 und 2017/18 in den großen Erzeugerländern Brasilien, Indien, EU und Thailand eine hohe Zuckerproduktion erwartet. Während die globale Zuckerbilanz in diesem und im vergangenen Jahr negativ ausfällt, wird für 2017/18 wieder ein Zuckerüberschuss erwartet. Quelle: Commerzbank / Kingsman (03.08.2017)

 

Die Nachfrage nach Zucker ist zur Zeit vergleichsweise gering, die Zuckerpreise befinden sich weiterhin im Abwärtstrend. Seit Ende Februar ließen sie um rund 150 Euro je Tonne nach. (12.06.2017) 

 

Seit zwei Monaten gibt der Zuckerpreis nach und verliert rund 100 Euro. Weißzucker in London wurde am 25. April mit 429 Euro je Tonne gehandelt, Rohzucker in New York mit 326 Euro. (26.04.2017)

 

Nach Weihnachten und in den ersten Tagen 2017 ziehen die Handelspreise für Zucker um bis zu 50 Euro rasant an. Der EU-Zuckerpreis steigt im Oktober 2016 auf 470 Euro je Tonne. (11.01.2017)

 

Nach dem 4-Jahres-Hoch von 550 Euro/Tonne Weißzucker und 470 Euro/Tonne Rohzucker im Oktober geraten die Zuckerpreise wieder zunehmend unter Druck. Erwartete Erhöhungen von Produktionsmengen in Brasilien sowie die Reduktion von Defizitprognosen ließen die Handelspreise um gut 60 Euro bis Mitte Dezember zurückgehen. (19.12.)

 

Zucker wurde im Oktober auf hohem Niveau gehandelt: Rohzucker schwankte zwischen 450 und 460 Euro je Tonne, Weißzucker zwischen 525 und 555 Euro. Das globale Zuckerdefizit soll laut Rabobank für das aktuelle Produktionsjahr 2016/17 rund 7,2 Mio. Tonnen betragen. (31.10.)

 

Die Zuckerpreise befinden sich auf 4-Jahreshoch. Mit Beginn der zweiten Septemberdekade zogen die Börsenpreise rasant an. Weißzucker in London wurde am 27. September mit knapp 540 Euro je Tonne gehandelt. (29.09.)

 

Der Weißzucker in London (No. 5 Front) wird zur Zeit so hoch gehandelt wie zuletzt vor vier Jahren. In der ersten Juliwoche hat er kurzfristig die Marke von 500 Euro je Tonne überschritten. Dieser Widerstand wird derzeit erneut getestet. (18.08.)

Nach Einschätzungen der Rohstoffanalysten von Commerzbank Commodity Research scheint sich das prognostizierte Angebotsdefizit für die laufende und kommende Saison in der Preisentwicklung durchzusetzen. Bereits in der laufenden Saison 2015/16 ist der globale Zuckermarkt defizitär. Für die kommende Saison wird mit einem weiteren Defizit gerechnet. 

Wo geht die Reise hin? Innerhalb der letzten 7 Jahre bewegten sich die Weltzuckerpreise an den Börsen in London (Weißzucker) und New York (Rohzucker) zwischen 150 und 600 Euro/Tonne. Seit dem Höchststand von Roh- und Weißzucker an den Börsen Anfang 2011 befanden sich die Preise mit starken Schwankungen in einem Abwärtstrend. 2014 stagnierten sie mit Schwankungen von 50 Euro je Tonne. Seit Oktober 2015 konnte ein deutlicher Anstieg um 200 Euro verzeichnet werden. Der Abwärtstrend ist seit Ende Oktober 2015 damit deutlich gebrochen – Die Frage ist, wie die weitere Entwicklung aussieht, und ob es der heimischen Zuckerindustrie und letztlich den Rübenlieferanten gelingt, davon zu profitieren.

 
Quelle: EU-Kommission, Börsen London und New York, Europreise dem Wechselkurs angepasst. (Stand 28. Juli 2017)
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