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Thema des Monats Juni 2013

20.06.2013
"Rüben unter Wasser"

Hohe Niederschlagsmengen, Starkniederschläge und auch Hagel verlangten in diesem Frühsommer den landwirtschaftlichen Flächen und Kulturen in Deutschland einiges ab. Ende Mai regnete es mehrere Tage hintereinander ohne Unterlass. Der DWD vermeldete für 40 Prozent der deutschen Ackerflächen extreme Bodenfeuchten wie sie seit 50 Jahren nicht mehr gemessen wurden. Besonders im Süden und Osten Deutschlands sammelten sich Jahrhundertniederschlagssummen innerhalb kürzester Zeit an (DWD).


Wertvoller Ackerboden floss die abhängigen Flächen hinunter, ebene Flächen verschlämmten. Die Zuckerrüben- und Maisflächen waren noch nicht deckend bewachsen und hatten den Wassermassen keinen Widerstand zu bieten. Nach aktuellen Schätzungen könnten es 2.000 - 3.000 Hektar Zuckerrüben sein, die überschwemmt wurden oder auf Grund des hohen Grundwasserspiegels überflutet wurden.

Wenige Untersuchungen gibt es aber darüber, wie Zuckerrüben mit einem „Zuviel“ an Wasser umgehen. Wie lange ist eine Rübe überlebensfähig, wenn sie unter Wasser steht? Wie reagiert sie auf einen Boden der vollständig wassergesättigt bzw. übersättigt ist? Gibt es Entwicklungsstadien in denen sie sensibler auf ein Überangebot an Wasser reagiert?


Rüben unter Wasser

Ein Teil des Rübenfeldes steht komplett unter Wasser.




Steht eine Pflanze ganz oder teilweise unter Wasser, dann wird die Sauerstoffaufnahme unterbrochen oder erschwert. Sie leidet unter Sauerstoffstress. In der Wissenschaft wird dieser Zustand als Hypoxie bezeichnet. Tagsüber produziert sie selbst Sauerstoff mit Hilfe der Photosynthese und gibt ihn an die Umgebung ab. Doch um ihren Energiehaushalt aufrecht zu erhalten, benötigt sie auch Sauerstoff - besonders in der Nacht. Mittels Diffusion gelangt Sauerstoff über die Pflanzenwurzeln zu den Mitochondrien in den Zellen.

Der Zuckerrübenanbauer kann die Auswirkungen dieses Stressfaktors auch in „normalen“ Jahren schnell beobachten. Staut sich Wasser im Boden weil der Abfluss gestört ist, dann reagieren Rüben sehr empfindlich. Sie bleiben im Wachstum zurück. Stehen Rüben für kurze Zeit unter Wasser, dann sterben sie ab. Die Angaben reichen von 1 bis 2 Tagen bis zu 7 Tagen. Nach unseren Beobachtungen führen 4 bis 5 Tage Überschwemmung zum Zeitpunkt des Reihenschlusses zum Totalausfall der Rüben.

Wassergesättigte Böden sind Tummelplatz für Pilze und Bakterien, die sich in feuchter Umgebung leicht ausbreiten. So ist im weiteren Verlauf mit dem Auftreten von Fäulniserkrankungen zu rechnen. Es wird beobachtet, dass die Hauptwurzel von unten her abfault. Oder der geschwächte Wurzelapparat bietet Eintrittspforten für pilzliche und bakterielle Krankheitserreger wie z.B. der Rhizoctonia-Rübenfäule.

Zusätzlich erschweren Bodenverkrustungen und -verdichtungen nach Abfluss des Wassers die ungehinderte Sauerstoffstoffzufuhr in den Boden und schränken das Wachstum der gestressten Pflanzen weiter ein. Dann ist zu entscheiden, ob der Einsatz von Hackmaschine oder Striegel möglich und hilfreich ist.

 

 

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