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Thema des Monats

Thema des Monats

03.05.2013
Kalium ist als fleißiges Helferlein in der Zuckerrübe tätig.

Nach dem aktuellen Kampagneschlussbericht der WVZ für die kürzlich beendete Rübenkampagne wurde ein durchschnittlicher Weißzuckerertrag von 11,6 Tonnen je Hektar für das Bundesgebiet ermittelt. Der Rübenertrag lag bei 71,3 Tonnen je Hektar. Das ist das bisher beste Ergebnis für den Rübenertrag und das zweitbeste für den Zuckerertrag. Einige Betriebe ernteten in den vergangenen Jahren bereits 100 Tonnen Rüben vom Hektar und darüber.

 

Jährlich wurden in den vergangenen zehn Jahren 300 Kilogramm Zucker pro Hektar mehr erzeugt. Gleichzeitig stieg der Rübenertrag jeweils um 1600 Kilogramm. Bei einem gleichbleibenden Blatt: Rübe-Verhältnis von 0,6 kämen noch einmal pro Jahr rund 960 kg Blattmasse dazu. Insgesamt ergibt sich eine Steigerung von gut 2,5 Tonnen mehr Biomasse (Blatt + Rübe) pro Jahr auf einem Hektar Anbaufläche. Ein „Mehr“ das dem Boden zusätzliche Nährstoffe entzieht. Mengenmäßig am meisten verbraucht die Zuckerrübe Kalium. Gleichzeitig ging der inländische Absatz an K2O in den vergangenen 10 Jahren um insgesamt rund 10 Kilogramm pro Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche (ohne Brache) zurück (BMLF 2013).

Thema des Monats Mai 2013


Grafik: Kaliumentzüge (K2O) bei unterschiedlichen Rübenerträgen und einem Rübe:Blatt-Verhältnis von 1:0,6


Der Kaliumbedarf der Rübe richtet sich nach ihrem Ertragsniveau. Dem Boden werden pro 10 Tonnen Rübenertrag zwischen 70 (LWK Niedersachsen) und 80 Kilogramm K2O entzogen (LIZ). Rund ein Drittel des Kaliums gehen in den Rübenkörper, zwei Drittel benötigt das Blatt. Danach haben die Zuckerrüben im vergangenen Jahr den Böden im bundesdeutschen Mittel 500 Kilogramm K2O oder 415 Kilogramm Kalium entzogen. Bei einem Rübenertrag von 100 Tonnen je Hektar stieg der Kaliumentzug bereits auf 700 Kilogramm K2O oder 581 Kilogramm rein Kalium an. In den Pflanzen übernimmt der Makronährstoff wichtige Funktionen im Stoffwechsel, die insgesamt deren Wassernutzungseffizienz verbessern und die Zuckergehalte optimieren.

 

Kalium bewegt sich vorrangig frei als Ion in den Leitbahnen der Pflanze. Es ist ein fleißiges Helferlein im pflanzlichen Stoffwechsel. Es ist an der Aktivierung wichtiger Enzymreaktionen beteiligt, wirkt an der Bildung von Speichergeweben mit und fördert die Kohlenhydratsynthese und den –transport. Eine Kaliumdüngung fördert sichtlich das Wurzelwachstum. Gut mit Kalium versorgte Bestände können deshalb Trockenperioden besser überbrücken, da sie das bessere Wurzelsystem aufweisen. Desweiteren übernimmt Kalium wichtige Aufgaben im Wasserhaushalt der Pflanze. Der osmotische Druck in den Schließzellen des Blatts wird bei ausreichender Kaliumversorgung optimal reguliert, was sich wiederum auf die Wasseraufnahme durch die Wurzeln auswirkt. Im Boden selbst erzeugt Kalium eine verbesserte Wasserspeicherfähigkeit.

 

Es wird deutlich, dass eine optimale Kaliumversorgung insgesamt die Stressresistenz der Pflanze steigert. Ein optimal mit Kalium versorgter Zuckerrübenbestand kann Trockenperioden gut meistern. Im Vergleich mit einem unterversorgten Bestand wird dies bei Trockenheit auch schnell sichtbar, der Blattapparat welkt weniger schnell. Mangelsymptome zeigen sich erst bei starker Unterversorgung. Kalium wird dann zunächst den älteren Blättern entzogen, deshalb präsentieren sich dort die ersten Symptome. Die Blattränder werden braun und nekrotisieren. Ertragsdepressionen gehen den Symptomen voraus.

 

Für alle Bodenarten wird von der Offizialberatung/vom amtlichen Dienst, dem LIZ (Landwirtschaftlichen Informationsdienst Zuckerrübe) und BISZ (Beratung und Information für den süddeutschen Zuckerrübenanbau) empfohlen die Bodengehaltsklasse C anzustreben und diese zu halten. Falls Kalium jetzt noch fehlt, kann er ab dem 4- bis 6-Blattstadium der Zuckerrüben noch gegeben werden.

 

457-16-81-722