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Thema des Monats

Thema des Monats

08.02.2013
"Gar gefrostet?"

Im Januar war ganz Deutschland von einer zweiwöchigen ausgeprägten Frostperiode betroffen. Als Ackerbauer freut man sich in der Regel darüber. Temperaturen, die unter den Gefrierpunkt fallen, ermöglichen eine Frostgare. Frost fördert eine gute Bodengare. Besonders schwere tonreiche Böden und verdichtete Böden profitieren davon. 

 

Als garer Boden wird ein Boden bezeichnet, dessen Struktur die besten Voraussetzungen für ein optimales Pflanzenwachstum bietet. Ähnlich wie ein gärender Hefeteig weist die Gefügeform einer  Bodengare grobe und feine Poren auf. Ein gut vorgegärter Hefeteig ergibt nach dem Backen ein schönes lockeres und luftiges Gebäck. In den feinen Poren einer Bodengare wirken die Kapillarkräfte für den Wasseranstieg, in den Grobporen finden die Pflanzenwurzeln Platz um sich zu verankern. Die Gärung des Brotteiges wird durch Hefepilze bewirkt. Neben der Frostgare fördern Bodenbearbeitung, Zwischenfruchtanbau oder Düngung/Kalkung eine Bodengare. Eine gute Frostgare ist besonders für schwere Böden wünschenswert, da diese verstärkt zu Verdichtungen neigen.


Thema des Monats Februar 2013




 
Grafik: Frosttiefe auf unbewachsenem und mit einer Zwischenfrucht bewachsenen Boden, Schneehöhe sowie niedrigste Temperatur 5 cm über dem Boden am 26. Januar 2013, Quelle: DWD (von Mitte Oktober bis Ende April stellt der Deutsche Wetterdienst im Bereich "Warnindices Landwirtschaft" Daten zu Frosttiefe und Auftauschicht zur Verfügung, klicken Sie auf obige Grafik)


Wie tief Frost in den Boden eindringt, wird von der Lufttemperatur, der Sonnenein- und rückstrahlung sowie der Schneebedeckung beeinflusst. Außerdem bestimmt die Wärmeleitfähigkeit des Bodens die Frosteindringtiefe. Die Wärmeleitfähigkeit hängt ab von Porosität und Wassergehalt und ist von Boden zu Boden unterschiedlich. Ein Pflanzenbestand schützt den Boden vor Frost ähnlich wie eine Schneedecke.

 

Gefügeformend wirkt sich das Wachstum der Eiskristalle aus. Dabei entziehen sie der Umgebung Wasser, mit Hilfe der Kapillarkräfte wird Wasser nachgeliefert und der Boden entwässert. Es entsteht eine poröse Krümelstruktur aus feinen Bodenaggregaten mit Grob- und Feinporen je nach Größenwachstum der Eiskristalle. Diese bleibt aber nur erhalten, wenn nach dem Frost das auftauende Wasser leicht entweichen kann und es im neuen Bodengefüge nicht zu Staunässe kommt.

 

Gleichzeitig wirken physikalische Verwitterungsvorgänge. Die Eissprengung oder Kryoklastik lässt Gesteine verwittern, es entstehen Bodenteilchen wie Sand, Schluff und Ton. In Ackerböden gefriert Wasser in den Bodenöffnungen, weitet sich aus und sprengt Bodenaggregate. Schadhafte Verdichtungen können dadurch gelockert werden. Beim Gefrieren vergrößert sich das Volumen des Wassers um rund 10 Prozent. Dabei entstehen Drücke bis zu 2100 kg/cm² oder rund 2200 bar, die bei bei -22 °Celsius erreicht werden. In Deutschland ist Frost bis zu 1,2 Meter Tiefe möglich. Gefürchtet sind starke Fröste und Wechselfröste im Ackerbau deshalb, weil durch die dabei entstehenden hohen Drücke Bodenschichten gehoben und Wurzeln abgerissen werden können. Es sind Bewegungen von 1 bis 2 Zentimetern möglich.

 

Insbesondere schwere tonreiche Böden profitieren von Bodenfrösten. Sie bieten einerseits die besten Voraussetzungen für das Entstehen einer Frostgare und sind andererseits am meisten auf deren strukturfördernde Wirkung angewiesen. In schweren tonreichen Böden ist der Anteil der kleinsten Bodenteilchen am höchsten. Die kapillaren Kräfte wirken hier am stärksten, sie sind nasser und trocknen langsamer ab als Sandböden mit einem hohen Anteil an größeren Bodenteilchen und Grobporen.


Foto oben: © Sylvia Verena Michel / PIXELIO www.pixelio.de


 

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