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Thema des Monats

Thema des Monats

05.11.2012
"Süße Rüben werden immer sicherer produziert."

In diesem Jahr berichten die Zuckerfabriken allgemein über „süße Rüben“. Die Zuckergehalte liegen über den Werten des Rekordjahres 2011. Über süße Rüben freuen sich gleichermaßen Zuckerrübenanbauer und Zuckerunternehmen. Die Zuckerrübenanbauer bevorzugen süße Rüben, weil sie von den Unternehmen für Lieferungen mit hohen Zuckergehalten Prämien erhalten. Die Zuckerfabriken favorisieren süße Rüben, weil sie damit relativ mehr Zucker und weniger „Rübenreststoffe“ erzeugen.

Anfang der 50er Jahre lag der Zuckergehalt im Mittel bei 15,5 Prozent, heute erreicht er bereits 17,9 Prozent. Pro Jahr stieg der Zuckergehalt in den vergangenen 60 Jahren um 0,04 Prozent an. Besonders bemerkenswert ist aber, dass die Schwankungen zwischen den Einzeljahren über den Betrachtungszeitraum abgenommen haben.

 

Thema des Monats November 2012

Grafik: Anstieg der Zuckergehalte nach Kampagneschlußberichten der Zuckerfabriken von 1951 bis 2012 (2012 WVZ-Schätzung).


Wenn es um den Zuckergehalt der Rüben geht, schaut man gerne nach dem Wetter: „Ein „Goldener Oktober“ versüßt die Rüben“, „Trockenheit bewirkt einen „Rosineneffekt“, „Viel Sonnenschein macht die Rüben süß“ und „Sonnige Tage mit kühlen Nächten im Herbst wirken sich günstig auf die Zuckereinlagerung aus“. In diesem Jahr können wir viele dieser Witterungseinflüsse, auch mit regional stark unterschiedlichen Ausprägungen beobachten.

Betrachtet man die Ergebnisse der diesjährigen Proberodungen, so schwanken die Zuckergehalte zwischen Einzelschlägen Mitte Oktober von 16,7 Prozent in Südbayern (Region Straubing/Plattling) und 20,2 Prozent in Sachsen-Anhalt (Region Querfurt). Die Regionen sind Beispiele für eine regional sehr unterschiedlich verlaufende Witterung 2012. In Südbayern war es im Gegensatz zum gesamten Bundesgebiet überdurchschnittlich feucht. In der Region Querfurt, einer typischen Trockenregion im Regenschattengebiet des Harzes, fiel noch weniger Regen als üblich. Infolge dessen, machten die Rübenbestände in beiden Regionen eine sehr unterschiedliche Entwicklung durch.

Langjährig betrachtet, zeigt sich ein linear ansteigender Trend für den Zuckergehalt. Er nahm in den vergangenen 60 Jahren pro Jahr um 0,04 Prozent zu. Zu Beginn des Betrachtungszeitraumes fielen die Abweichungen von der Trendlinie stärker aus als am Ende. Errechnet man den Variationskoeffizienten der Dekaden, so wird das visuelle Bild mathematisch bestätigt. Die Variationskoeffizienten nahmen ab.

Verantwortlich für den langjährigen Anstieg sind in erster Linie der Zuchtfortschritt und die Hinwendung zum Anbau von zuckerreichen Sortentypen durch die Anbauer. Gleichzeitig führten pflanzenbauliche Forschungsergebnisse zu einer indirekten Steigerung der Zuckergehalte. Die Reduzierung der N-Düngung auf das in Versuchen ermittelte Optimum von 160 kg N/ha incl. Nmin erhöhte die Zuckergehalte. Eine punktgenaue Düngung innerhalb der größer werdenden Schläge präzisiert die Stickstoffgaben und erniedrigt die Schwankungen im Zuckergehalt. Gleichzeitig wurde die organische Düngung immer bewusster eingesetzt. Die N-Mengen, die pflanzenverfügbar sind, werden heute bilanztechnisch erfasst.

Der Produktionsfaktor Bestandesdichte wurde von den Landwirten den Forschungsergebnissen entsprechend ebenfalls optimiert. Die höchsten Zuckergehalte werden mit Bestandesdichten von über 105.000 Pflanzen je Hektar erzielt. Heute stehen durchschnittlich 95.000 Zuckerrüben auf einem Hektar. Vor 10 Jahren waren es noch 10.000 Pflanzen weniger. Den Anbauern steht heute Saatgut mit sehr hoher Qualität zur Verfügung. Sicher wirkende Insektizide in der Pillenhüllmasse schützen den Keimling vor Fraßschädlingen. Gleichzeitig wurde die Sätechnik immer mehr verbessert und verfeinert. Punkt- und tiefengenaue Ablage bewirkt gleichmäßig auflaufende Pflanzenbestände. Unterstützend wirkt die optimale Bodenbearbeitung und Saatbettbereitung mit bodenschonender Bereifung. Im Herbst zur Ernte führen immer exakter arbeitende Rode- und Köpftechniken, sowie Mietenlagerung und –schutz zu den bestmöglichen Zuckergehalten in den Rübenlieferungen.

Insgesamt ist der Trend zu immer geringeren Schwankungen der Zuckergehalte zwischen den Einzeljahren als Erfolg der Präzisionslandwirtschaft zu werten. Damit ist der Landwirt in der Lage, das vom Züchter zur Verfügung gestellte genetische Potenzial so weit und so sicher wie möglich auszuschöpfen.


 

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