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Thema des Monat September 2012

14.09.2012
Rübenerde ist eine kostbare Fracht.

Die Rübenkampagne 2012/13 hat begonnen. 404.000 Hektar Zuckerrüben sollen in diesem Jahr gerodet werden. Davon werden 393.000 Hektar für die Zuckererzeugung verwendet. Die Wirtschaftliche Vereinigung Zucker schätzt, dass 28 Mio. Tonnen Rüben an die Fabriken geliefert werden. Das entspricht rund 1,12 Mio. Lastwagen. Darin mitbefördert werden je nach Erdanteil zwischen 1 bis 2,5 Mio. Tonnen Erde. Pro Hektar werden zwischen 3 bis 6 Tonnen Erde von den Feldern abgefahren. Das ist eine wertvolle Fracht.

 


Thema des Monats September 2012

Grafik: Vor 20 Jahren transportierten 10 Lastwagen mit Rüben 1 Lastwagen voll Erde. 2011 wurde die gleiche Menge Erde mit 25 Lastwagen transportiert.  


In der Vergangenheit bemühten sich Landwirte, Landtechnikhersteller und Zuckerunternehmen mit großem Erfolg den Erdanhang zu reduzieren. Nach Angaben der Zuckerunternehmen konnte der Erdanteil pro Jahr um durchschnittlich 3 (Nordzucker) bis 3,5 Prozent (Südzucker) verringert werden.

Während der Rübenrodung wird ein großer Teil der anhaftenden Erde durch rüttelnde Schare, rotierende Siebsterne und Walzensysteme abgesiebt. Weitere Rübenerde wird mit dem Verladen durch Rübenmäuse entfernt. Gegenläufige Walzen nehmen die Rüben auf. Dabei werden Rübenköpfe und –schwänze sowie Erde abgesondert. Diese verbleiben auf dem Acker und werden mit der Bodenbearbeitung wieder eingearbeitet. Der Anteil der Rübenvorreinigung konnte in den vergangenen Jahren auf 100 Prozent gesteigert werden. Auch die Abdeckung der Rübenmieten hat eine verbesserte Erdabscheidung zur Folge. Die Rüben bleiben unter der Abdeckung trocken, die Erde kann beim Verladen mit der Lademaus besser abgereinigt werden. Trotzdem bleiben noch durchschnittlich rund 5 Prozent Erde an den Rüben haften (Südzucker).


Wie viel Erde bei den einzelnen Lieferungen anhängt, ist von vielen Faktoren abhängig und schwankt stark. In erster Linie ist dies von den Witterungsbedingungen zur Ernte abhängig. Die Bodenart wirkt sich ebenfalls auf die Höhe des Erdanhangs aus. Tonige, schwere Böden bleiben im Gegensatz zu sandigen, leichten Böden verstärkt an Rüben haften. Die Witterungsbedingungen während der Wachstumsperiode sowie Bodenbearbeitung können die Form des Rübenkörpers beeinflussen. So können, wie in diesem Jahr beobachtet, Trockenperioden die Entwicklung einer schlanken, tiefwurzelnden Rübe begünstigen. Auch die Rübenform wirkt sich auf den Erdanhang aus. Bodenverdichtungen und Krankheits- sowie Nematodenbefall führen zu Rübenkörperveränderungen, die einen erhöhten Erdanhang begünstigen. Es kommt zu beinigen und verzweigten Rüben, in denen sich die Erdteilchen stärker als an einem glatten Rübenkörper verfangen.

 

Grundsätzlich lässt sich Erdanhang bei der Zuckerrübe nicht vermeiden. Die Rübe ist mit einer ausgeprägten Wurzelrinne und einer rauhen Oberfläche ausgestattet. Weiterhin bildet sie im oberen Bereich ein Faserwurzelsystem, das sie mit den Bodenteilchen verankert. Die Züchter bemühen sich Sorten zu entwickeln, die weniger Erdanhang aufweisen. So kann beispielsweise die Rübenform durch Selektion beeinflusst werden.


Die wertvolle Rübenerde stammt aus den fruchtbarsten oberen Bodenbereichen. Neben den Bodenteilchen befinden sich hier wertvolle Nährstoffe sowie Blatt- und Rübenreste, die für die Humifizierungsprozesse der Böden wichtig sind. Wertvoll ist die Fracht auch, weil sie Energie verbraucht und Abgase erzeugt. In der Fabrik muss die Erde vor der Rübenverarbeitung aufwändig mit Hilfe von Energie und Wasser abgereinigt werden. In Rückhaltebecken wird das Erde-Wassergemisch rückgetrocknet, um es wieder auf die Felder ausbringen zu können oder um es zu Kompost oder Blumenerde zu verarbeiten.


 

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