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Thema des Monats

Thema des Monats

10.08.2012
Viel Blatt und was sitzt darunter?

Der „Schaukelsommer“ hat den Zuckerrüben die Entwicklung eines üppigen Blattapparats ermöglicht. Fast an jedem Tag im Juli regnete es. Im Bundesschnitt wurden an den Wetterstationen des Deutschen Wetterdienstes 30 Prozent mehr Niederschlag im Vergleich zum langjährigen Mittel gemessen. Dazu gesellten sich mittlere Temperaturen und Sonnenscheindauer.

Unsere Proberodungen Anfang August in Süddeutschland in den Regionen Straubing/Plattling und in der Wetterau ergaben die höchsten Blatt- und Rübenerträge seit wir mit den Probenahmen begonnen haben. Hohe Rübenerträge zu Beginn der Proberodungen bedeuten ein frühes hohes „Speichervolumen“ für den Zucker. Dieser entsteht tagsüber in den grünen Blattzellen. Während der Fotosynthese wird mit Hilfe des Chlorophylls, des „Blattgrüns“ und der energiereichen Sonnenstrahlung aus Kohlendioxid und Wasser Zucker erzeugt, der im Rübenkörper gespeichert wird.

Thema des Monats August 2012

Grafik: Viel Blatt, doch was sitzt darunter? Blatt- und Rübenerträge (t/ha) nach Proberodungen Anfang August in der Region Straubing/Plattling. (Grafik rechts unten: Entwicklung von Blatt- und Rübenertrag nach Proberodungen von Anfang August bis Mitte Oktober in der Region Straubing/Plattling, 10jährige Mittelwerte, geglättet)
 

In der Region Straubing/Plattling führen wir seit 12 Jahren Proberodungen von Anfang August bis Mitte Oktober durch. Der Standort Straubing/Plattling hat im Mittel der Jahre 750 mm Niederschlag. Davon fallen 400 bis 500 mm in der Vegetationsperiode von April bis September. Die Monate Mai, Juni, Juli und August erhielten im 10jährigen Mittel jeweils 80 mm Niederschlag. Unter Wassermangel in der Hauptwachstumsperiode leiden die Zuckerrübenbestände dort selten.


Die Blatterträge schwankten in den vergangenen 12 Jahren Anfang August zwischen 25 Tonnen je Hektar in 2003 („Trockenjahr“) und 84 Tonnen je Hektar in diesem Jahr. Sehr unterschiedliche Blattmassen bei fast gleich hohen Rübenerträgen konnten in den Jahren 2007, 2011 und 2012 beobachtet werden: Der Rübenertrag in diesem Jahr beträgt 64 Tonnen je Hektar und liegt damit leicht über den Erträgen von 2007 und 2011 mit jeweils 63 Tonnen. 2007 wurde jedoch nur halb soviel Blatt wie 2012 ermittelt, in 2011 fiel die Blattmenge um fast 25 Prozent niedriger aus. In diesem Jahr begünstigte die Niederschlagshöhe und –verteilung, ausbleibende Hitze sowie der relativ geringe Druck mit Blattkrankheiten die Bildung einer enormen Blattmenge zu Beginn der Proberodungen. Eine statistische Beziehung zwischen Blattapparat und Rübenertrag sowie zu hohen Zuckererträgen zur Ernte ist vorhanden. Demnach könnte 2012 sehr erfolgreich werden.
  

Erhöhte Blattneubildung, die nach Blattkrankheiten, mechanischen Verletzungen oder hohen Temperaturen im Spätsommer und Herbst beobachtet wird, verbraucht Energie und den bereits eingelagerten Zucker. Zusätzlich können Blattkrankheiten oder Blattverluste infolge Hagel die Assimilationsfläche vermindern.


Langjährig betrachtet, erreichen die Blatterträge Anfang bis Mitte August ihren höchsten Stand. Danach stagnieren sie und gehen dann langsam zurück, die Rübenerträge aber steigen weiter an. Die physiologische Reife beginnt und es werden kaum noch neue Blätter gebildet. Das Rübe:Blatt-Verhältnis verschiebt sich zugunsten der Rübe.


 

Zuckereinlagerung

In den Blättern wird tagsüber mit Hilfe der Sonnenenergie Zucker gebildet. Dieser wird in den Rübenkörper transportiert und in den Parenchymzellen gespeichert. Für die Zuckerbildung und -einlagerung sind warme, sonnenscheinreiche Tage mit kühlen Nächten günstig. Der Stoffwechsel der Pflanzen wird bei kühlen Nachttemperaturen „heruntergefahren“. Der gebildete Zucker verbleibt in den Zellen des Rübenkörpers und muss nicht zur Energiegewinnung wieder veratmet werden.

457-16-81-650