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Thema des Monats

Thema des Monats

09.07.2012
Blattflecken: „Die erste Behandlung muss sitzen“.

Mit den steigenden Temperaturen im Frühsommer entwickeln sich die Blattkrankheiten. Wie früh sie auftreten und wie stark sie sich ausbreiten hängt in erster Linie von der Witterung ab.

Cercospora- und Ramulariablattflecken, Echter Mehltau sowie Rübenrost sind die wichtigsten Blattkrankheiten im Rübenanbau. Sie werden durch Pilze hervorgerufen. Cercospora-Blattflecken sind am weitesten verbreitet und können Ertragsverluste bis zu 45 % im Ber. Zuckerertrag verursachen. Die Entwicklung von Cercospora-Blattflecken wird durch eine feucht-warme Witterung begünstigt. Eine trocken-warme Witterung hingegen fördert den Echten Mehltau. Dieser ist ebenfalls weit verbreitet und kann ähnlich hohe Ertragsverluste wie Cercospora-Blattflecken hervorrufen.

Langjährige Versuchsreihen und Beobachtungen ergaben, dass die erste Fungizidbehandlung die Wichtigste ist. Sie sollte frühzeitig und gezielt beim Erreichen der Schadschwelle erfolgen.
 

Thema des Monats Juli 2012

Grafik: Die ersten Krankheitspusteln sind noch sehr unscheinbar und leicht zu übersehen.
 

Der frühe sichtbare Befall mit Blattkrankheiten stellt „die Spitze eines Eisberges“ dar. Beim Erscheinen der ersten Flecken ist der Pilz bereits tief ins Blatt hineingewachsen. Mit bloßem Auge und Lupe sichtbar sind der rundliche, scharf abgegrenzte Cercospora-Fleck. Im hellbraunen inneren Bereich erkennt man die für Cercospora beticola typischen dunklen Konidienträger als dunkle Pünktchen. Daraus ragen die hellen Konidien hervor. Dieses sind die Verbreitungsorgane des Pilzes. Sie schnüren sich ab und Wind oder Wasser verbreiten sie weiter im Bestand. Auf dem Blatt keimen sie aus und bilden Hyphen, die durch Blattöffnungen ins Blattinnere vordringen. Die Pilzhyphen bahnen sich ihren Weg zwischen den Zellen. Mit Hilfe von Haustorien zapfen sie die Zellen an. Der Zellsaft versorgt den Pilz mit Nährstoffen. Im Verlauf sterben die Zellen ab und das Blattgewebe nekrotisiert. Der innere Bereich des Cercospora-Flecks wird durch einen dunkelroten bis -braunen Ring umschlossen. 

Echter Mehltau, Erysiphe betae bildet aus grau-weißen Konidien ein Oberflächenmycel. Hyphen dringen in die Epidermiszellen und verankern das Mycel mit Hilfe von Haustorien auf dem Blatt. Hieraus versorgt sich der Pilz mit Nährstoffen. Das Mycel wird zunächst als feines Spinnwebennetz auf der Blattoberfläche wahrgenommen. Im Entwicklungsverlauf erscheint das Blatt wie mit Mehl bestäubt. Der weiß-gräuliche Belag läßt sich abwaschen. Im Gegensatz zu Cercospora führt Mehltau nicht zum Absterben der Zellen und des Gewebes. Ertragseinbußen werden durch eine parasitische Lebensweise hervorgerufen.

 

Das Auftreten von Blattflecken hat sich in den vergangenen Jahren verstärkt. In Deutschland wird seit einigen Jahren ein Temperaturanstieg beobachtet. Laut DWD ist die mittlere Temperatur in Deutschland von 1980 an bis heute um rund 1 °Celsius von 8,3 auf 9,3 °Celsius angestiegen. 24 Jahre der letzten 30 Jahre fielen zu warm aus. Das kommt dem Wärmeanspruch der Pilze entgegen. Cercospora-Blattflecken traten in stärkerem Maße bis vor einigen Jahren räumlich begrenzt in süd- und südwestdeutschen Anbauregionen auf. In den vergangenen Jahren drangen sie jedoch zunehmend nach Westen und Norden vor. Zusätzlich gefördert wird ihre Ausbreitung durch infiziertes Blattmaterial, das im Herbst in der Regel nach der Ernte auf dem Feld verbleibt und eingearbeitet wird. Die Pilze überwintern als Dauersporen im Boden mit den verrottenden Blattresten. Dabei sind sie sehr kälteresistent. Mit den ansteigenden Temperaturen im Frühsommer beginnen die Sporen zu keimen und können erneut Zuckerrüben infizieren.

 

Durch unterschiedliche Witterungsansprüche können typische „Pilzjahre“ beobachtet werden. „Cercosporajahre“ sind feucht und warm, „Mehltaujahre“ hingegen trocken und warm. Ramularia-Blattflecken und Rübenrost werden wie Cercospora-Blattflecken durch eine feucht-warme Witterung gefördert. Oftmals kommt es zu Mischinfektionen, die im Spätsommer und Herbst zunehmen. Unter anderem bietet die Pflanze durch Blattschädigungen nach Erstbefall und andere Einflüsse verstärkt Eintrittspforten für Pilze.

 

Eine frühzeitige gezielte Behandlung begrenzt Ertragsverluste am besten. Zu einem frühen Zeitpunkt kann die beste fungizide Wirkung erzielt werden. Die Schadschwelle beträgt bis zum 1. August 5 % Befallshäufigkeit im Bestand. Auf 100 Blättern wahllos aus dem Bestand entnommen, sind insgesamt 5 Blattflecken zu finden.

Bild oben: links Cercospora-Blattflecken, Mitte Ramularia-Blattflecken, rechts Mehltau


 

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