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Thema des Monats

Thema des Monats

23. Januar 2012

„Wo führt das noch hin?“
Im vergangenen Jahr fiel die Zuckerrübe positiv auf, denn im Gegensatz zu den meisten anderen Feldfrüchten gehörte sie ertragsmäßig zu den Gewinnern. Sie profitierte von der Jahreswitterung, die für Getreide und Raps ungünstig war. Nach 2009 kann sie mit 2011 ein weiteres Jahr mit Rekorderträgen verbuchen.

 

Zur Zeit fragen sich viele Anbauer, wo das wohl noch hinführen wird. Geht es immer so weiter mit Mehrerträgen bei der Zuckerrübe oder gibt es ein maximales Ertragspotenzial?

Thema des Monats Januar 2012 

Grafik: Anstieg der Zuckererträge (in Tonnen Weißwert je Hektar) in Deutschland von 1951 bis 2011* (*2011 geschätzt)


In Deutschland realisierte die Zuckerrübe in den vergangenen sechzig Jahren einen Ertragsanstieg von 90 Kilogramm Zucker pro Hektar und Jahr oder von rund 1,5 Prozent pro Jahr. Doch verkürzt man diesen Betrachtungszeitraum auf die vergangenen 20 Jahre, so zeigt sich ein stärkerer Ertragsanstieg. Dieser liegt pro Dekade bei rund 2,5 Prozent und Jahr. In dreien der vergangenen fünf Jahren ernteten die deutschen Zuckerrübenanbauer 10 t Zucker vom Hektar, in zweien davon weit über 11 Tonnen. Diese Zahlen stellen Mittelwerte von über 30.000 Betrieben dar. Es gab eine Vielzahl von Flächen auf denen 2011 sogar über 15 Tonnen Zucker und mehr produziert wurde.

 

Der Ertragsfortschritt ist zur Hälfte auf der züchterischen Verbesserung der Sorten zurückzuführen. Anbau und Klima machen den Rest aus. Der zuckerertragliche Zuchtfortschritt wird in erster Linie durch einen Anstieg des Rübenertrages bewirkt. Eine wesentliche Erhöhung hat außerdem die Zuckerausbeute erfahren, der Zuckergehalt ist nur unwesentlich angestiegen. Während der kontinuierliche Anstieg des CO²-Gehaltes in der Atmosphäre bedenkliche Auswirkungen auf das Klima hat, profitieren Pflanzen, wie z.B. die Zuckerrübe von dem erhöhtem Angebot. Aus Untersuchungen des IfZ geht hervor, dass die Selektion ertraglich leistungsfähigerer Hybriden mit einem Anstieg des Chlorophyll-Gehaltes in den Rübenblättern einherging. Dies ermöglichte bei gleichbleibender Blattmenge und dem steigendem CO²-Angebot höhere Photosyntheseraten. Die Produktion der Rübentrockenmasse stieg an.

Die Veränderungen im Anbau hat jeder Zuckerrübenanbauer vor Augen. Verbesserte Produktionstechnik wie Bodenbearbeitung und Aussaattechnik, sowie Anbauverfahren wie die Optimierung der Aussaatzeit und Bestandesdichte, Anpassung der Stickstoffdüngung und vieles mehr stellen jedes Jahr den Grundstock für hohe Zuckererträge dar.

 

Auch in den kommenden Jahren wird sich der Ertragsfortschritt bei der Zuckerrübe in Deutschland fortsetzten. Die Züchter kombinieren Gene neu und erzeugen gesündere und leistungsfähigere Sorten. Die durch die Klimaveränderung bewirkte Erhöhung der Frühjahrstemperaturen wird sich positiv auf die Aussaatzeit und die für die Zuckerrübe so wichtige Jugendentwicklung auswirken. Wissenschaftler erforschen, ob sich in der Rübe nicht grundsätzlich mehr Zucker einlagern ließe. Im Fokus der Anbauer steht die Maximierung des Ertrages für den einzelnen Rübenschlag unter den von Jahr zu Jahr stark schwankenden Umweltbedingungen. 

457-16-81-601