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Thema des Monats

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08. August 2011

Zwischenfrüchte: Gut für den Boden, gut für die Zuckerrübe!

Annähernd die Hälfte der Zuckerrübenanbaufläche wurde 2011 im Mulchsaatverfahren bestellt. Das sind rund 190.000 Hektar. Laut regelmäßigen produktionstechnischen Umfragen des IfZ in Göttingen stieg der Anteil der Mulchsaaten zu Zuckerrüben von 1994 bis 2010 von 9 Prozent auf über 45 Prozent in 2010. Den Mulch vor Zuckerrüben erzeugen in erster Linie die Zwischenfrüchte Senf, Ölrettich und Phacelia. Dabei nehmen nematodenreduzierender Senf und Ölrettich den Löwenanteil ein. Senf mit und ohne nematodenreduzierender Wirkung zusammen hat die größte Anbaubedeutung, gefolgt von Ölrettich und Phacelia.

 

Thema des Monats August 2011


Grafik: Der Anbau von Zwischenfrüchten verbessert den Boden in vielerlei Hinsicht.


Der Zwischenfruchtanbau zu Zuckerrüben dient in erster Linie als Grundlage des Mulchsaatverfahrens und der Reduktion von im Boden vorhandenen Nematodenpopulationen mit Hilfe des Anbaus nematodenresistenter Senf- oder Ölrettichsorten. Die Mulchauflage schützt den Boden im Winter vor Erosionsschäden. Außerdem bindet die Zwischenfrucht Stickstoff und wirkt damit der Nitratverlagerung bis zur Aussaat im Frühjahr entgegen.

 

Zwischenfrüchte durchwurzeln den Boden und dringen in tiefe Bodenschichten vor. Sie sind in der Lage durch Bodenverdichtungen zu wachsen und sie aufzulockern. Das Bodengefüge wird gekrümelt und stabilisiert. Mit den Pflanzenresten vermindert sich die Verschlämmungsanfälligkeit und die Tragfähigkeit des Bodens steigt, was sich bereits bei der Zuckerrübenernte bemerkbar macht. Gleichzeitig wird dem Boden Humus zugeführt. Bodenflora und -fauna finden eine verbesserte Umwelt vor, womit die biologische Aktivität im Boden unterstützt wird. Regenwürmer beispielsweise sind die wichtigsten Bodenwühler und ziehen Blattmaterial von der Bodenoberfläche in tiefe Bodenschichten. Bei den Humifizierungsprozessen entstehen Huminstoffe, die in der Lage sind Wassermoleküle anzulagern. Es kommt zu einem verbesserten Wasserhaltevermögen des Bodens.

 

So wirkt die Vegetationsschicht der Zwischenfrucht in vielfältiger Weise auf die im Boden ablaufenden Prozesse, die eng miteinander verknüpft sind. Es entfaltet sich ein komplexes System von Wirkungen, das langfristig zu einer nachhaltigen Verbesserung des Bodens führt, Erträge stabilisiert und Kosten senkt. 

457-16-81-562