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Thema des Monats

Thema des Monats

18. Mai 2011

Der Regen fehlt
Das Frühjahr 2011 war bisher besonders sonnig und warm aber auch ausgesprochen niederschlagsarm. Der Deutsche Wetterdienst vermeldete für März und April rekordverdächtige Messungen. Hohe Temperaturen und Sonnenschein trieben die Pflanzenentwicklung enorm voran, doch die Vegetation benötigte in zunehmendem Maße ergiebige Niederschläge. Bereits im Februar fehlten 33 % der langjährigen Niederschlagsmenge. Auch im März und April herrschte im gesamten Bundesgebiet ein deutliches Niederschlagsdefizit. Laut DWD fehlten bundesweit 60 % der üblichen Niederschlagsmenge. Bis Mitte Mai setzte sich die unterdurchschnittliche Niederschlagssituation fort.

 

Die klimatische Wasserbilanz verdeutlicht die angespannte Wassersituation für die Vegetation. Sie errechnet sich aus dem gefallenen Niederschlag abzüglich der Evapotranspiration - der Summe aus der Transpiration der Pflanzendecke und der Verdunstung des Bodens. Mit der Haude-Formel und den Daten der Strube-Wetterstation in Söllingen lässt sich die Evapotranspiration berechnen. Als Basis liegt dem Haude-Modell aus Vergleichbarkeitsgründen eine bewachsene Grasfläche zu Grunde.

Thema des Monats Mai 2011

Grafik: Klimatische Wasserbilanz nach Haude unter Gras, in Dekaden Söllingen 2011 


In Söllingen konnten die Niederschlagsmengen die Verdunstung durch Boden und Pflanzen nicht ausgleichen. Ab der dritten Märzdekade fiel die klimatische Wasserbilanz immer negativ aus - eine Situation, die sonst erst in den Sommermonaten auftritt. Für die Transpiration mussten die Pflanzen in zunehmendem Maße auf die Bodenwasserreserven zurückgreifen. Die Auswirkungen machen sich im Ackerbau besonders bei den Feldfrüchten bemerkbar, die sich in wassersensiblen Wachstumsphasen befinden (Raps, Getreide). Bei Wassermangel können Nährstoffe nur schwer oder gar nicht aufgenommen werden. Physiologische und enzymatische Vorgänge in den Pflanzen laufen dann oft verlangsamt ab oder stagnieren.

 

In Gegensatz dazu benötigt die Zuckerrübe zu diesem frühen Zeitpunkt noch relativ wenig Wasser. Sie gehört zu den tiefwurzelnden Pflanzen. Die Wurzeln dringen nach der Keimung schnell in den Unterboden ein und erschließen sich dort Wasser und Nährstoffe. Nach Aussaatterminen Anfang und Mitte April 1992 und 1993 bewegte sich die Durchwurzelungstiefe in der zweiten Maidekade zwischen 20 bis 50 cm (Windt 1995). In dieser frühen Wachstumsphase der Jugendentwicklung wird der Blattapparat gebildet. Aufgrund der geringen Blattmasse ist die Transpiration noch gering und die Pflanzen benötigen in diesem Zeitraum relativ wenig Wasser. Bei starker Sonneneinstrahlung und hohen Temperaturen wird dann Wasser in höherem Maße über den freiliegenden Boden verdunstet. Im Spätherbst können die Wurzeln der Zuckerrübe - sofern der Boden es zulässt - bis in fast 3m Tiefe festgestellt werden.

457-16-81-508