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Thema des Monats

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5. Januar 2011

Zucker haussiert weiter

An der New Yorker Börse beginnt das neue Jahr im Zuckerhandel mit hohen Preisen. Am 2. Januar wurde eine Tonne Zucker mit 707,5 US-Dollar gehandelt. Die höchste Jahreseröffnung seit vier Jahren.

 

Das vergangene Jahr zeichnete sich dabei durch besonders starke Preisschwankungen aus. Im Mai war der Zuckerpreis vom Jahresanfangswert mit 608,3 $ pro Tonne, um die Hälfte, auf 304,2 $ gefallen. Nach einem kurzen Preiseinbruch um rund 20 Prozent im November, stieg er bis zum Jahresende um mehr als das Doppelte des Tiefwertes vom Mai wieder an. Weihnachten verzeichnete der Zuckerpreis mit 742,75 $/t dann den höchsten Stand seit 30 Jahren.

 

Thema des Monats Januar 2011


Grafik: Entwicklung der Zuckerpreise in US-Dollar je Tonne an der New Yorker Börse seit Anfang 2008 (Sugar Nr. 11)


Zucker ist knapp und daran soll sich nach Analystenmeinungen in den kommenden Monaten kaum etwas ändern. Danach erst könnten die neuen Zuckerrohr- und rübenernten und Produktionsschätzungen eine Veränderung der Preisentwicklung bewirken – wenn diese denn gut ausfallen. Die Nachfrage nach Zucker übersteigt derzeit die Produktion, die Lagerbestände werden bereits das dritte Jahr in Folge angegriffen. Negative Witterungsereignisse in den Haupterzeugerregionen beeinflussen dann schnell die Preise nach oben.

 

Händler und Börsenspekulanten schauen nach Brasilien, Indien, China, Thailand, Mexiko, Australien und Pakistan. Dort befinden sich die größten Zuckerrohranbaugebiete. In Brasilien könnte die Trockenheit im Sommer zu Ertragseinbußen führen. In Australien verhindern die starken Regenfälle der vergangenen Wochen eine gute Ernte. Dasselbe gilt für Indien, auch dort ist die Produktionsschätzung mit Unsicherheiten behaftet, denn es fiel in einigen Anbauregionen zu viel Regen. In Pakistan hat die große Flut im Sommer Felder und Industrie vernichtet. Und auch China rechnet mit einer geringeren Ernte.

 

Die Warenterminbörse in New York sorgte im November für Turbulenzen nach unten, da sie die Sicherheitshinterlegungen für den Handel mit Zucker verdoppelte. Viele Händler und Spekulanten stiegen kurzfristig aus, da sie das Kapital nicht hatten. Auch die EU sorgt für Kursänderungen, wenn sie außerhalb der Quote Zucker auf den Weltmarkt exportiert.  Für die EU ist die Preissituation schwierig, denn die Weltmarktpreise liegen zur Zeit weit über den EU-Quotenpreisen. Deshalb hat die europäische Kommission entschieden Rohrohrzucker von den meistbegünstigten Importländern für 9 Monate vom Importzoll zu befreien. Außerdem denkt sie darüber nach die Ausfuhrquoten für Nichtquotenzucker bzw. Industriezucker zu erhöhen. Manche Zuckerunternehmen in Deutschland haben ihren Anbauern für das kommende Jahr zusätzliche Quotenrüben angeboten.

Zum Zucker weltweit

Nur rund 30 Prozent des Weltzuckers wird frei gehandelt. Die Zuckerbörsen befinden sich in New York (ICE), in London (NYSE Euronext), in Chicago (CBot), in Sao Paulo (Bolsa de Mercadorias & Futuros), in Osaka (Kansai Commodities Exchange) und Tokyo (Grain Exchange). Der Rest des Zuckers wird zum größeren Teil direkt in den Erzeugerländern verbraucht. Ein kleiner Anteil wird durch feste Regelungen und Abkommen zwischen Ländern an- und verkauft.

  • Rübenzucker nimmt knapp 20 Prozent des Weltzuckers ein und wird vorrangig in Europa – in Russland, Frankreich und Deutschland – produziert.
  • Nach der ersten Produktionsschätzung von F. O. Licht vom 13. Oktober 2010 könnten im Zuckerwirtschaftsjahr 2010/11  166,4 Mio. Tonnen Zucker (Rohwert) weltweit erzeugt werden.
  • Ein Zuckerwirtschaftsjahr beginnt am 1. Oktober und endet am 30. September.
457-16-81-478