Home Produkte Service Anbauberatung SQ-Check Zuckerrüben aktuell Thema des Monats Zuckerpreise Proberodung Biogas aus Rüben Getreide aktuell Pflanzenbau Vorträge Downloads Video Termine Info-Links Anfahrtsskizze Forschung und Entwicklung Produktion Über uns Jobs und Karriere
Thema des Monats

Thema des Monats

12. November 2010

Neptun und die Zuckerrüben


Weder der Wassergott Neptun noch der Planet Neptun sind in diesem Zusammenhang gemeint. Auch handelt es sich nicht um die Bezeichnung für eine verdeckte Ermittlung. Es ist die Abkürzung eines Stichprobenverfahrens: Netzwerk zur Ermittlung der Pflanzenschutzmittelanwendung in unterschiedlichen, landwirtschaftlich relevanten Naturräumen Deutschlands = NEPTUN. Verantwortlich ist das Julius-Kühn-Institut, das Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen (JKI) in Braunschweig. Alle Daten sind auf der Website des JKI für jedermann einsehbar.

 

Seit dem Jahr 2000 werden diese Datenerhebungen in den wichtigsten landwirtschaftlichen und gärtnerischen Kulturen durchgeführt. Ziel ist es, die tatsächliche Anwendung chemischer Pflanzenschutzmittel in der Landwirtschaft einschätzen zu können. Laut dem nationalen Aktionsplan zur nachhaltigen Anwendung von Pflanzenschutzmitteln des Bundesministeriums für Ernährung,  Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) soll der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln bis 2025 um bis zu 25 % reduziert werden. Sie sollen durch vorbeugende Maßnahmen (z. B. resistente Sorten) und nicht-chemische Maßnahmen (z. B. Fruchtfolge) ersetzt werden.

 

NEPTUN Zuckerrübe

Behandlungsindices von Winterweizen und Zuckerrüben 2007 und 2009
Quelle: NEPTUN-Erhebungen (ZR) und Prof. Bernd Freier (WW) in DLG-Mitteilungen 9/10


Die Datenerhebungen für die Zuckerrüben liegen in der Hand des Instituts für Zuckerrübenforschung in Göttingen und wurden seit 2005 alle zwei Jahre durchgeführt. Die Befragungen erfolgten anonym. 2009 wurden 477 Betriebe befragt. Insgesamt ist Deutschland für die Datenerhebungen in 19 Boden-Klima-Räume unterteilt, Zuckerrüben werden davon in 15 Räumen angebaut.

Die Daten fasst man im Wesentlichen zu zwei Werten zusammen: die Behandlungshäufigkeit (BH) und den Behandlungsindex (BI). Der Behandlungsindex ist das quantitative Maß für die Intensität des chemischen Pflanzenschutzes von Ackerflächen. Anbaufläche und behandelte Fläche, sowie Aufwandmenge und zugelassene Menge errechnen den Index-Wert. Dabei ist man sich bewusst, dass die Erhebungen immer nur das aktuelle Jahr widerspiegeln. Schaderregerdruck und Witterung führen zu Schwankungen zwischen den Jahren.


Die Zuckerrübe benötigt gegenüber den meisten anderen Ackerkulturen wesentlich weniger Pflanzenschutzmittel. Nur halb so viel Fungizid ist zur Gesunderhaltung  gegenüber Pilzerkrankungen erforderlich. Für den insektiziden Schutz verbraucht die Zuckerrübe sogar nur rund 5 bis 10 Prozent der Aufwandmenge, die zur Schädlingsabwehr des Winterweizens ausgebracht wird. Grund ist die insektizide Pillierung, die mit sehr geringen Wirkstoffmengen auskommt. Sie bietet einen effektiven und lang anhaltenden Schutz gegenüber bodenbürtigen Auflaufschädlingen und gegenüber Blattläusen bis zum Reihenschluss.

 

Betrachtet man die Unterschiede bei der Zuckerrübe zwischen den Regionen, so zeigen sich besonders bei den Fungiziden deutliche Unterschiede. Diese sind von der Jahreswitterung und vom Klimaraum abhängig. Das Bestandsmonitoring nach der Blattrupfmethode bietet für die Zuckerrübenschläge eine individuelle Kontrolle und den günstigsten Zeitpunkt für den Fungizideinsatz. Resistente und tolerante Sorten vergrößern das Behandlungsfenster. 

Die NEPTUN Berichte

Die NEPTUN-Berichte können als PDF-Dateien unter www.jki.bund.de heruntergeladen werden. Sie beinhalten unter anderem Wirkstoffrankings, die Aufteilung Deutschlands in Natur-Boden-Räume und nähere Angaben zu den jahresspezifischen Pflanzenschutzmitteleinsätzen.

>> Direkt zu den NEPTUN-Berichten

457-16-81-465