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Thema des Monats

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23.05.2014
Aussaat so früh wie noch nie - Rekordernte in Sicht?

Die Aussaat erfolgte in diesem Jahr in Deutschland so früh wie noch nie. Damit wurde eine Voraussetzung für das Erreichen von sehr hohen Zuckererträgen erfüllt. Denn grundsätzlich gilt: Je länger die Vegetationszeit desto höher der Zuckerertrag. Langjährige pflanzenbauliche Versuchsreihen belegen diese Aussage. In Aussaatzeitenversuchen wurde ermittelt, dass eine verzögerte Aussaat die Erträge mindert, ab Mitte April führt jeder Tag Verzögerung zu Ertragsverlusten.

Thema des Monats Mai 2014



Grafik: Ber. Zuckererträge und Aussaattermine im Bereich der Zuckerfabriken Jülich, Könnern und Nordstemmen (NDS Süd-West) nach LIZ-Statistiken 2004-2013/14 (Aussaattermin bei 85 % bestellter Fläche)

 

Die Grafik zeigt den Zusammenhang zwischen Ber. Zuckerertrag und Aussaattermin in drei Anbauregionen Norddeutschlands der vergangenen 10 Jahre. Der Aussaattermin ist ausgedrückt in Tagen von Jahresbeginn an. Der 25. März entspricht 84 Tagen auf der x-Achse. Jülich liegt im Westen, Nordstemmen in der Mitte und Könnern im Osten der ausgewählten Anbauregionen. Die Daten wurden der LIZ-Aussaat- und Ernteergebnisstatistik entnommen.

 

Die Ergebnisse zeigen, dass frühere Saattermine in der Tendenz höhere Ber. Zuckererträge zur Folge haben. Dieses ist jedoch statistisch nicht abzusichern. Die Schwankungen zwischen den Einzeljahren sind jedoch zu hoch. Am Eindeutigsten reagieren die Zuckerrüben im Raum Jülich mit hohen Zuckererträgen auf frühe Saattermine. In Könnern sind die Ertragsschwankungen zwischen den Einzeljahren so stark, dass hier kein Zusammenhang zwischen Saattermin und Zuckerertrag sichtbar wird. Das heißt, es gibt noch weitere Faktoren, die die Erträge positiv wie auch negativ beeinflussen.

Einer der wichtigsten Faktoren ist die Wasserversorgung. Im Raum Jülich (Aachen, DWD) beträgt die langjährige Jahres-Niederschlagsmenge 900 mm, im Raum Nordstemmen (Hannover, DWD) sind es 680 mm und im Raum Könnern (Halle, DWD) fallen nur noch 530 mm Niederschlag im Jahr. Im Raum Jülich ist die Wasserversorgung der Rüben in der Regel gut. Hier hat der Aussaattermin auch die beste Beziehung zum Ber. Zuckerertrag. Im Gegensatz dazu die Trockenregion Könnern: Dort ist die Wasserversorgung ein starker Einflussfaktor für die Rübenentwicklung. Der Aussaattermin verliert an Bedeutung.

Deutlich wird auch, dass in den letzten Jahren des 10jährigen Betrachtungszeitraumes die Zuckererträge in allen Regionen auf einem höheren Niveau liegen. Der Faktor Ertragsfortschritt u.a. durch Zuchtfortschritt hat deutlichen Einfluss auf die dargestellte statistische Auswertung. In Deutschland stiegen die Ber. Zuckererträge über den Betrachtungszeitraum von 1951 bis 2013 pro Jahr um rund 100 Kilogramm je Hektar an (Auswertung WVZ-Kampagne-ergebnisse). In 10 Jahren wurde demnach 1 Tonne Zucker pro Hektar mehr produziert.

 

Der Reihenschluss gilt als nächster wichtiger Termin in der Rübenvegetationszeit, der für die Prognose der Ertragsergebnisse herangezogen wird. Dieser wird in einigen Regionen Deutschlands wie im Rheinland oder im Gebiet der Zuckerfabrik Rain im Süden Deutschlands in Kürze erreicht sein. Noch lässt sich nicht ableiten, dass wir ein weiteres Rekordjahr vor uns haben. Störgrößen wie Trockenheit, Kälte und der Befall mit Schadorganismen können auch später im Jahr Einfluss nehmen. Der Start ins Rübenjahr ist aber bisher glänzend gelungen.

 

457-16-81-4405