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Thema des Monats

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16. August 2010

Der Wasser-Fußabdruck „Water Footprint“ der Zuckerrübe


Die Hitzewelle in diesem Frühsommer traf viele deutsche Ackerbauregionen. Besonders die Pflanzenbestände im Norden, Nordwesten und der Mitte litten unter der mehrwöchig anhaltenden Trockenheit und starken Sonneneinstrahlung. Für die Zuckerrüben fiel die Hitzeperiode in den Übergangsbereich zur Hauptwachstumsperiode - dem Massenwachstum. Hier hätten sie gerne mehr Wasser zur stofflichen Umsetzung genutzt als ihnen zur Verfügung stand.

 

Im Vergleich zu anderen Feldfrüchten benötigt die Zuckerrübe weniger Wasser um die gleiche Menge an Trockenmasse oder energetischer Substanz aufzubauen. Sie hat einen günstigen Transpirationskoeffizienten. Das zeigt sich auch in ihrem sogenannten Wasser-Fußabdruck. Der Wasser-Fußabdruck gibt an wie viele Liter oder Kubikmeter Wasser benötigt werden, um eine Tonne eines Produktes zu erzeugen. Dabei wird der Wasserverbrauch während des gesamten Herstellungsprozesses, das sogenannte virtuelle Wasser berücksichtigt. Dieses wird unterschieden in Grün, Blau und Grau. Das grüne Wasser ist das Regenwasser, das im Boden gespeichert und von den Pflanzen aufgenommen und verdunstet wird, sowie am Ende im Ernteprodukt enthalten ist. Es ist sozusagen die genutzte Niederschlagsmenge und damit für land- und forstwirtschaftliche Produkte interessant. Das blaue Wasser ist Grundwasser oder Wasser aus Flüssen und Seen. In der Landwirtschaft dient es zur Bewässerung. Als graues Wasser wird bezeichnet, was benötigt wird, um das im Herstellungsprozess verschmutzte Wasser wiederverwendbar zu machen.

 Thema August 2010 Grafik 1

Grafik: Wasser-Fußabdruck von Zuckerrohr und Zuckerrübe, sowie Zucker aus Rohr und Rübe in den jeweils 5 größten Erzeugerländern (Quelle: Statistics und Logo, waterfootprint.org)
Klicken Sie auf die Grafik zur Darstellung des Zuckers


So werden im globalen Mittel 1.500 l Wasser zur Erzeugung von 1 kg Zucker aus Zuckerrohr verbraucht. Der Zucker aus der Zuckerrübe benötigt dagegen nur 800 l Wasser.  Das beinhaltet den Wasserverbrauch der Pflanzen sowie den Verbrauch während der gesamten Prozesskette von der Aussaat, den Pflegearbeiten, über die Ernte und der Verarbeitung in der Fabrik. Länder, die einen niedrigen Wasser-Fußabdruck für Zuckerrüben oder den Zucker daraus haben, weisen in der Regel günstige klimatische Bedingungen für deren Anbau auf. In der EU werden weniger als 10 % der Zuckerrübenflächen bewässert. Nur in Italien, Ungarn, Österreich und der Slovakei befinden sich 25 bis 30 % unter Bewässerung. Die Anbaugebiete in der Ukraine und Russland liegen in der kontinentalen Klimazone mit kalten Wintern und heißen Sommern mit wenig Niederschlag. Dort herrschen extreme klimatische Bedingungen im Wachstumsverlauf der Zuckerrüben, doch der Wasser-Fußabdruck des Zuckers ist ähnlich hoch wie der des Rohrzuckers aus Thailand und Mexiko.


Während in Deutschland der Anteil des Wasserverbrauchs der Landwirtschaft am Gesamtverbrauch nur unter 1 % liegt, ist weltweit gesehen die Landwirtschaft jedoch der größte Wasserverbraucher. Weltweit werden mehr als 2/3 des insgesamt aus Flüssen, Seen und Wasseradern entnommenen Wassers zur Bewässerung landwirtschaftlicher Flächen verwendet.

Water Footprint

Water Footprint Logo


Wasser-Fußabdrücke gibt es für fast alle landwirtschaftlichen Produkte und Lebensmittel, für Unternehmen, Länder, Bekleidung und vieles mehr. Verantwortlich ist eine unabhängige Stiftung aus den Niederlanden, die sich durch ihre vielfältigen Partnerschaften als internationales Netzwerk versteht. Der wissenschaftliche Direktor Prof.  Arjen Y. Hoekstra entwickelte das Waterfootprint-Konzept. Die Stiftung steht unter der Aufsicht von UNESCO, WWF u.a..


Nähere Informationen erhalten Sie unter folgenden Links:

www.waterfootprint.org
www.virtuelles-wasser.de
457-16-81-439