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Thema des Monats

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9. Juli 2010

Zuckerrüben im Hitze- und Trockenstress.

Seit drei Wochen herrscht in Deutschland hochsommerliches Wetter, die Temperaturen stiegen an einigen Tagen bereits auf brütende 40°C an und die nächsten Hitzetage sind bereits in Sicht.  Spätestens am Nachmittag beginnen die Zuckerrübenbestände zu „schlafen“. Der Beginn dieser Hitzeperiode deckt sich mit dem diesjährigen Reihenschluss und dem Beginn der Hauptwachstumsphase - dem Massenwachstum der Zuckerrüben. Blatt- und Rübenertrag steigen nun in Abhängigkeit voneinander zeitlich versetzt und parallel zueinander stark an. Ab Mitte August geht die Blattmasse zurück und nur noch der Rübenertrag nimmt zu.

 

Im Südwesten und Westen, Norden und Osten waren die Niederschläge in den vergangenen drei Wochen höchstens örtlich begrenzt und wenig ergiebig. Nach Angaben des DWD sind die Bodenfeuchten zur Zeit großflächig auf unter 50 % nutzbare Feldkapazität (nFK) gesunken. Dieser Wert gilt für die Zuckerrübe allgemein als Beregnungsmarke. Nur in den Anbauregionen im Süden und äußersten Südosten liegen die nutzbaren Feldkapazitäten zur Zeit noch zwischen 70 bis 85 %, hier kommt es immer wieder zu ergiebigen Niederschlägen.

 

Grafik Thema Juli 2010

Grafik: Wasserhaushalt der Zuckerrübe


Der begrenzende Wachstumsfaktor in der Hauptwachstumsperiode ist in den mitteleuropäischen Zuckerrübenanbauregionen das Wasser. Im Gegensatz zu anderen Feldfrüchten reagiert die Zuckerrübe flexibel auf temporären Trockenstress. Nach dem Auffüllen der Bodenwasservorräte wächst sie in der Regel wieder ungehindert weiter. Insgesamt benötigt die Zuckerrübe rund 550 bis 750 mm Wasser. In den Sommermonaten wären 60 bis 80 mm Niederschlag je Monat wünschenswert. Der Wasserverbrauch in der Hauptwachstumsphase hängt in großem Maße von der gebildeten Blattmasse, der Temperatur und der Luftfeuchte ab. Der Transpirationskoeffizient der Zuckerrübe liegt bei 200. Das bedeutet, sie benötigt 200 l Wasser um 1 kg Trockenmasse zu erzeugen.

 

Als tief wurzelnde Pflanze ist sie in der Lage, an das Wasser aus 1,5 bis 2 m tiefen Bodenschichten zu gelangen. Auf tiefgründigen Böden kann sie deshalb auf die tiefer liegenden Wasservorräte zurückgreifen. Ab einer nutzbaren Feldkapazität von 50% beginnt die Rübe zu welken. Bei der derzeitigen Witterung ist das temporäre Welken am Nachmittag vielerorts zu beobachten. Hält das Welken jedoch bis in die Nacht hinein und länger an, dann wird die Assimilatbildung und deren Umlagerung in den Rübenkörper behindert und Blattfläche wird abgebaut.

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