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Thema des Monats

Thema des Monats

23. März 2010

Mit der Zuckerrübe Strom erzeugen.

Rund 19 % der deutschen Ackerfläche wurden im vergangenen Jahr mit Energiepflanzen bestellt.  Mais, Gras, Grünroggen, Getreide, Raps und auch Zuckerrüben wurden zu Biodiesel, Bioethanol oder Biogas verarbeitet. Biodiesel und -ethanol werden den fossilen Kraftstoffen zugemischt, mit Biogas wird Strom und Wärme erzeugt.

 

Für die Erzeugung von Biogas wurden im vergangenen Jahr 530.000 ha der Ackerfläche genutzt - das sind rund 4,5 %. Einen kleinen Anteil davon nahmen Zuckerrüben ein, die in zunehmendem Maße von Interesse für die Anlagenbetreiber sind. Vielerlei Gründe bewegen die Biogaserzeuger dazu, Zuckerrüben in ihren Substrat-Mix aufzunehmen: An erster Stelle stehen hier sicherlich die hohen Masse- sowie Methanerträge, die die Zuckerrübe erzeugt. Zusätzlich ist die Zuckerrübe hervorragend für den Fermenter geeignet, denn sie optimiert die Gärprozesse. Die Energie in der Rübe liegt als Saccharose bis zu 20 % in Reinform vor: Für die Bakterien ist sie deswegen ein „extrem leichtes“ Futter. Ein weiterer Vorteil ist, dass die Rübe die Fruchtfolge auflockert und das Risiko im Hinblick auf die Marktpreise der anderen Substrate diversifiziert.

 

Grafik Thema des Monats März 2010

Grafik: Methan- und Energieerträge aus verschiedenen Substraten, nach KTBL Substratrechner März 2010

 

Es  wird viel experimentiert, um die Zuckerrüben in den Biogasanlagen bestmöglich verarbeiten zu können. Steine und Erde sicher und effektiv von den Rüben zu trennen ist dabei Voraussetzung. Danach stellt sich die Frage, wie die Rüben am günstigsten in die Fermenter gegeben werden sollten: als Schnitzel oder Mus? Es wird nach optimalen Lösungen zur Zerkleinerung sowie zur Substratlagerung gesucht. Eine gleichmäßige Substratnachlieferung über das Jahr wird von einigen Anlagenbetreibern angestrebt. Hier stellt sich die Frage: Können die Zuckerrüben im Boden überwintern? Lässt sich damit die Mieteneinlagerung vermeiden? In diesem Bereich liegt noch viel Potenzial um Arbeit und Kosten zu senken und die Marktleistung der Zuckerrübe zu erhöhen.

 

Beim Rübenanbau selbst sind noch weitere Ertragssteigerungen zu erwarten. Während es für die Zuckererzeugung in erster Linie um Qualitätsrüben geht, steht bei Biogasrüben die Erzeugung von hohen Trockensubstanzgehalten im Vordergrund. Da das Blatt die Energiemasse erhöht, stellt sich u. a. die Frage nach dem Ernteverfahren. Viele Herausforderungen für Landwirte und Anlagenbetreiber, aber auch für Hersteller und Wissenschaft.  So ist im vergangenen Jahr an der Uni Kiel das Projekt „Bioenergie 2021: Winterrübe als Energiepflanze“ angelaufen. Es wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit 1,3 Millionen Euro gefördert.

 

Wie der Weg der Zuckerrübe und der Biogasproduktion weiter geht, wird durch die politischen Rahmenbedingungen mitbestimmt. Hier ist in erster Linie das EEG (Erneuerbare-Energien-Gesetz) richtunggebend, es legt zum Beispiel die Beimischung von Biogas zu Erdgas fest. Bisher ist der Trend zu mehr Biogas ungebrochen. Bis zum Jahr 2020 plant die Bundesregierung für Biogas einen Anteil von sechs Milliarden Kubikmetern, das entspricht rund 6 % des deutschen Erdgasverbrauches.

Zu Biogas

Biogasanlagen erzeugen Strom und Wärme oder leiten das Gas in Blockheizkraftwerke, wo es zu Strom oder Wärme umgewandelt wird. In Aufbereitungsanlagen wird Biogas auf Erdgasqualität veredelt und ins Erdgasnetz eingespeist.


2014 wurden in Deutschland mit 7900 Biogasanlagen 3860 MW Strom erzeugt, das reicht für die Versorgung von 7,9 Millionen Haushalten mit 4 Personen (nach Fachverband Biogas e.V., vorläufig 2014). Mit einem Hektar Zuckerrüben lassen sich rund 3 Haushalte ein Jahr lang mit Strom versorgen.

 

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