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Thema des Monats

Thema des Monats

11.05.2015
Viel Zucker - weniger Rüben

Im vergangenen Jahr wuchs eine Rekordmenge an Zuckerrüben heran. Von knapp 340.000 Hektar Anbaufläche wurden 28,9 Mio. Tonnen Rüben geerntet. Nach einer langen Kampagne waren 4,5 Mio. Tonnen Zucker erzeugt worden. Eine Rekordmenge, die die Produktionsquote von 2,89 Mio. Tonnen um 1,6 Mio. Tonnen übertraf. Die Lager der Zuckerunternehmen quollen über und den Anbauern wurde geraten Zuckerquoten auf das Jahr 2015 zu übertragen. Ein Teil der diesjährigen Quote ist also bereits erfüllt, deshalb muss im Anbau nun eingespart werden. Schätzungen zufolge sind im März und April 14 bis 20 Prozent weniger Rüben als im vergangenen Jahr ausgesät worden.

 

 

Thema des Monats, Mai 2015


Grafik: Rübenanbaufläche und Zuckererzeugung von 2006 bis 2014, Daten WVZ (ohne Biogas- und Industrierüben)

 

Quoten regeln seit 1968 die Zuckererzeugung in den EU-Ländern. Die deutsche Erzeugung ist seit 2008 auf 2,89 Mio. Tonnen Zucker festgelegt. Um diese sicher erfüllen zu können, wird der Rübenanbau jedes Jahr mit einer leichten Überproduktion kalkuliert. Mit Hilfe der Quotenübertragung konnten Rekordjahre mit sehr hohen Zuckererzeugungen ausgeglichen werden. Dabei übertragen die Zuckerrübenanbauer einen Teil ihrer Rübenernte auf die Quote des kommenden Jahres und säen dann weniger Rüben aus. Nach einem Jahr mit einer hohen Zuckererzeugung reduziert sich im folgenden Jahr die Anbaufläche. In diesem Jahr könnte die Anbaufläche für die Zuckererzeugung auf weniger als 300.000 Hektar Rüben zurückgehen.

 

Gleichzeitig verdeutlicht die Grafik den Ertragsfortschritt der vergangenen 10 Jahre: Bei insgesamt rückläufiger Anbaufläche steigt die Zuckererzeugung. Pro Jahr wurden in den vergangenen 10 Jahren 350 Kilogramm mehr Zucker auf einem Hektar produziert. Diese Erfolge sind in erster Linie auf verbesserte Anbauverfahren und Zuchtfortschritt zurückzuführen. Aber auch klimatische Veränderungen wie höhere Frühjahrs- und Herbsttemperaturen scheinen sich allgemein positiv auf das Rübenwachstum auszuwirken. Dazu kommen die natürlichen Jahreseinflüsse, die für das Wachstum der Zuckerrüben im vergangenen Jahr fast ausnahmslos förderlich waren und zur Rekordernte führten.

 

Nur noch die Rübenkampagnen 2015/16 und 2016/17 werden unter der EU-Zuckermarktordnung gefahren. Danach fallen die gestützten EU-Zuckerpreise sowie die Quotenregelung weg. Der Zuckerhandel der Unternehmen und damit auch die Rübenpreise für die Anbauer werden stärker von den Weltmarktpreisen abhängig sein. Zur Zeit arbeiten Zuckerunternehmer und Anbauerverbände an Geschäftsmodellen, die die ab 2017 wegfallenden Quoten der Landwirte ersetzen könnten.

457-16-81