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Thema des Monats

Thema des Monats

10.08.2015

Gibt es noch ausreichend Wasser im Boden?

Im Sommer zur Raps- und Getreideernte freuen sich die Landwirte immer über sonniges und trockenes Wetter. In diesem Jahr ist die Freude getrübt, denn weite Teile Deutschlands sind seit dem Frühjahr von anhaltender Trockenheit betroffen. Für die Zuckerrüben ist die Sommerzeit die Hauptwachstumszeit. Jetzt verbrauchen die Bestände das meiste Wasser. Die letzten ergiebigen Niederschläge fielen vielerorts jedoch zum Monatswechsel März und April. Der Mai war besonders trocken. Hessen, Sachsen und Thüringen erhielten nur 30 Prozent der langjährig gemessenen Regenmengen. Im Juli litten vor allem Bayern und Baden-Württemberg unter ausbleibenden Niederschlägen und Hitze. Sommergewitter linderten lokal begrenzt und kurzfristig den Wassermangel.

 

Thema des Monats August 2015


Grafik: Bodenfeuchte (% nFK) unter Gras auf sandigem Lehm langjährig (2005 – 2014)  und 2015, Daten: DWD 2015, Papstorf

 

Die Grafik zeigt den Verlauf der Bodenfeuchte von 0 bis 60 cm Tiefe in 10-Zentimeterschritten in der Region Söllingen am DWD-Standort Pabstorf. Die Bodenfeuchte ist dargestellt als nutzbare Feldkapazität in Prozent und ist für sandigen Lehm unter Gras errechnet worden (DWD). Das für die Pflanzen nicht nutzbare Wasser - Totwasser – ist also bereits abgezogen. Dieses Wasser befindet sich in den Feinporen des Bodens. Die dort herrschende starke Saugspannung kann von den Pflanzenwurzeln nicht überwunden werden. Sandige Lehme sind mittlere Böden mit einem hohen Anteil an pflanzenverfügbarem Wasser. 

Im linken Fenster ist der Verlauf der Bodenfeuchte im aktuellen Jahr dargestellt. Auf der rechten Seite werden die 10jährigen Werte zum Vergleich abgebildet.

 

Schnell kann man erkennen dass in der Bodenschicht zwischen 10 bis 20 cm Tiefe seit Mitte/Ende Mai kein pflanzenverfügbares Wasser mehr vorhanden ist: Annähernd Nulllinie seit der dritten Maidekade. Die darüber liegende Schicht bis 10 cm Tiefe profitierte immer wieder kurzfristig von den Regenfällen, die oft aus Gewittern stammten. Dieses Wasser wurde sofort wieder veratmet oder verdunstet. Anfang Juni erreichte die dritte Bodenschicht den Welkepunkt von 50 % nFK. Zwei Monate später waren hier nur noch 5 % pflanzenverfügbares Wasser enthalten. Die Pflanzen hatten nun dem Boden soviel Wasser entnommen, dass auch in 30 bis 40 cm Tiefe der Welkepunkt erreicht war.

 

Der zuckerspeichernde Rübenkörper bildet sich in einer Tiefe bis zu 30 cm aus. Beidseitig entlang der Wurzelrinnen entwickelt die Rübe ein weitreichendes horizontal ausgerichtetes Feinwurzelsystem aus. Nach unten hin wird der Rübenkörper immer dünner, die Pfahlwurzel wächst tief in den Boden hinein und verzweigt sich. Dieses Wurzelsystem kann je nach Bodentyp in eine Tiefe bis 2,5 Meter reichen. Mit ihren zahlreichen Seitenwurzeln und Verzweigungen erschließt die Rübe mit diesen Wurzeln große Bodenareale in den tieferen Schichten und gelangt an die darin enthaltenen Wasserreservoire. Trockene Frühjahre fördern bei Rüben ein Wurzelwachstum in die tieferen Bodenschichten hinein.

 

In den kommenden Tagen wird weiterhin sonniges und heißes Sommerwetter vorhergesagt. Doch immer wieder sollen Schauer und Gewitter für etwas Wassernachschub und Abkühlung sorgen.

 

457-16-81