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Thema des Monats

Thema des Monats

26.06.2015
Ein kleiner Blick in die Bodengrube

Im Frühsommer finden traditionsgemäß viele Feldtage statt. Besuchermagnet ist häufig ein Bodenprofil. Das ist für jeden Praktiker immer wieder interessant. Das Herstellen eines Bodenprofils ist aufwändig. Idealerweise mit einem kleinen Bagger muss der Ackerboden auf bis zu anderthalb Meter Tiefe ausgehoben werden. Die Feinarbeit wird dann mit Spaten, Schaufel und Spachtel erledigt. Die Grubenwand wird sorgfältig herausgearbeitet, das Profil geglättet und Pflanzenwurzeln freigelegt.

 

 

Thema des Monats Juni 2015


Grafik: Schematische Darstellung des Bodenprofils einer Parabraunerde vereinfacht

 

Im Bodenprofil unterscheiden sich Horizonte visuell durch unterschiedliche Farben und Farbschattierungen. Die Farben ergeben sich durch Verwitterungsgrad des Bodens, Festigkeit und Anteilen von zum Beispiel Kalk und Humus. Die typische braune Bodenfarbe in Mitteleuropa entsteht während der Bodenbildung/Verwitterung durch die Freisetzung von Eisen aus Mineralien. Dabei bildet sich der braune Rost oder Eisenhydroxid. Dieses umhüllt die mineralischen Bodenteilchen.

Innerhalb eines Horizonts sind die Bodeneigenschaften gleich. Für einen Bodentyp ergibt sich eine für ihn typische Abfolge von Horizonten. Zuckerrüben stehen häufig auf Parabraunerden. Das sind tiefgründige Böden mit einer hohen Durchwurzelungstiefe. Parabraunerden werden zusätzlich nach ihrem Verbreitungsgebiet unterschieden. Innerhalb der Parabraunerden variieren die Bodenarten. Lehmiger Schluff, schluffiger Lehm oder schluffig-toniger Lehm ergeben sich durch unterschiedliche Anteile der Bodenteilchen Sand, Ton und Schluff sowie Lehm. Die Anteile von Ton oder Schluff wirken sich beispielsweise auf die Verschlämmungsneigung der Böden aus.

 

Anhand der Bodenhorizonte klassifiziert der Bodenkundler die Bodentypen durch Abfolgen von Groß- und Kleinbuchstaben. Für die Parabraunerde ergibt sich die Abfolge von Ap, Al, Bt und C. Der bearbeitete und mit Humus angereicherte Oberboden oder auch Auswaschungshorizont wird mit Ap gekennzeichnet. Das p steht für Pflug oder Bearbeitungshorizont. Eine organische Auflage auf dem Oberboden kann Stroh oder andere Biomasse sein und wird dann mit O oder L betitelt. Auf den Ap-Horizont folgt bei der Parabranerde ein Al-Horizont. Dieser ist heller und tonärmer. Das l steht für lessiver/auswaschen. Der B-Horizont oder Unterboden bildet sich bei der Parabraunerde durch die Einwaschung von Ton (Bt). Der Unterboden C besteht aus dem ursprünglichen Gestein. Bei der Parabraunerde sind das häufig Mergelgesteine oder Lehm- und Lössschichten.

 

Häufig werden für die Besucher Stufen geschnitten, damit sie selbst in die Grube hinabsteigen und den Boden genau betrachten können. Besonders beim horizontalen Abstechen des Bodens können Makroporen z.B. Regenwurmgänge sichtbar werden. Ein aktives Bodenleben ist wünschenswert und wirkt strukturverbessernd. Wird Stroh eingearbeitet, kann man sich ein Bild über die Rotte machen. Bei beinig wachsenden Zuckerrüben können Strohmatten oder Verdichtungen der Pflugsohle die Ursache sein. Ideal ist es wenn die Pflanze die Horizonte entsprechend dem Bodentyp so tief wie möglich ungestört durchwurzeln kann.

 

2015 ist Internationales Jahr des Bodens

Bodenprofil

 

Hier finden Sie viele Bodenprofile und weitere Informationen zum Thema Boden:

www.bodenwelten.de

www.boden2015.ch

www.bmbl.de

 

457-16-81