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Thema des Monats

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18.04.2016

Der ideale Standraum für Zuckerrüben neu überdacht.

Vereinzelt werden die letzten Rübenflächen noch bestellt, gleichzeitig sind auf den erstgedrillten Schlägen die Zuckerrüben aufgelaufen. Alle 45 oder 50 cm stehen die Pflanzen in den Saatreihen wie Perlen an der Schnur. Je nach Reihenabstand wächst alle 19 bis 22 cm eine Pflanze. Das könnte sich in der Zukunft ändern. Denn der optimale Saatabstand und damit der Standraum für Zuckerrüben steht auf dem Prüfstand. In Exaktversuchen wird die Gleichstandsaat mit nur 30 Zentimeter Reihen- und Pflanzenabstand getestet.

 

Thema des Monats April 2016


Grafik: Wie ist der ideale Standraum bei Zuckerrüben? Pillenablage und Jungpflanzen von oben betrachtet bei 45, 50 und 30 cm Reihenabstand und einer Bestandesdichte von 100.000 Pflanzen je Hektar.

 

Die oben dargestellten Saatmuster a und b zeigen die praxisübliche Pillenablage bei 45 und 50 Zentimeter Reihenabständen. Um eine Bestandesdichte von 100.000 Pflanzen je Hektar zu erreichen, wird das Saatkorn bei 50 cm Reihenabstand alle 19,8 Zentimeter abgelegt. Bei einem 45er Reihenabstand beträgt die Pillenablage 22 Zentimeter. Der Pflanzenabstand zwischen benachbarten Reihen ist doppelt so groß wie in der Saatreihe.


Das Saatmuster c zeigt die Gleichstandsaat mit einem Reihenabstand von 30 Zentimetern. Bei der angestrebten Bestandesdichte von 100.000 Pflanzen je Hektar, beträgt die Pillenablage 33 Zentimeter. 30er Reihenabstände und Gleichstandsaat werden seit 2012 durch die Arge Nord und seit 2014 durch das IfZ in Exaktversuchen getestet. Die Grafik verdeutlicht die Vorteile, die sich durch eine Gleichstandsaat für die Pflanzenentwicklung ergibt:

  • Pflanzenblätter und -wurzeln können sich in alle Richtungen gleichrangig ausbilden.
  • Das günstige Blattverhältnis von 4 m² Blattfläche pro m² Boden kann schneller erreicht werden. 
  • Die Globalstrahlung könnte besser ausgenutzt und Unkraut unterdrückt werden. 
  • Der Reihenschluss würde früher und zeitgleich mit dem Pflanzenschluss innerhalb der Reihe erfolgen. 
  • Die Einzelpflanze wächst gleichmäßiger, denn es herrschen für alle Pflanzen die gleichen Konkurrenzbedingungen um Einstrahlung, Wasser und Nährstoffe.   

 

Nach den bisherigen Versuchsserien der Arge Nord und des IfZ ergibt sich mit 30er Reihen- und Pflanzenabständen ein Ertragsvorteil von bis zu 8 % im Zuckerertrag (Arge Nord). In der Vergangenheit scheiterten jedoch die Versuche Zuckerrübenbestände mit geringeren Reihenabständen anzulegen. Als unüberwindbare Hürde erwies sich dabei vorallem die Rodetechnik. Säaggregate können zusammengeschoben werden oder hintereinander versetzt laufen. GPS, sowie eine elektronisch gesteuerte Pillenablage ermöglichen die exakte Saatablage im Dreiecksverbund. Köpf- und Rodeorgane lassen sich jedoch nicht ohne weiteres auf einen 30er Reihenabstand umstellen. Hier ist noch einige Entwicklungsarbeit und Innovationskraft durch die Landmaschinentechniker nötig.


Bild oben: Zuckerrübenjungpflanzen mit 50 cm Reihenabstand gedrillt.

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