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Thema des Monats

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20.01.2017

Ohne Quote

2017 beginnt im Zuckerrübenanbau ein neuer Zeitabschnitt. Im Dezember rollten die letzten Quotenrüben in die Fabriken. Seit fast 50 Jahren regelt eine gemeinsame Zuckermarktordnung die Rübenproduktion in den EU-Ländern. Zucker wurde nach zugeteilten Quoten erzeugt. Der Rübenanbau war darauf abgestimmt. Gleichzeitig profitierten Zucker- und Rübenproduzenten von festen Preisen. Die Zuckerrübe war ein stabilisierender Faktor in den Betrieben. 

 

Ohne Quote


Grafik: Die schützende EU-Zuckermarktordnung läuft aus, Rüben- und Zuckerproduktion sind ab 2017 nicht mehr quotiert. Schwankende Weltzuckerpreise wirken sich auf die Rübenpreise aus und mobilisieren Reserven in Anbautechnik, Züchtung und Zuckererzeugung. 

 

Offizielle Deadline für die EU-Zuckermarktordnung ist der 30. September 2017. Die Vorbereitungen für das Quotenende laufen jedoch schon seit Langem. Anbauflächen mussten geplant werden und das Saatgut für die Aussaat rechtzeitig in den Betrieben bereitstehen. Fest steht nun, die Anbaufläche 2017 wird größer sein als im vergangenen Jahr. Schätzungen ergeben eine Rübenernte von rund 380.000 Hektar Ackerfläche in der kommenden Kampagne. Regional wird der Anbau um 10 bis 30 Prozent ausgedehnt. Einige landwirtschaftliche Betriebe nutzen die Chance und steigen in den Rübenanbau ein. Die neuen Lieferkonditionen und Bezahlungsmodelle eröffnen trotz geringerer Grundpreise variable und gewinnträchtige Möglichkeiten. Einerseits kann sicher mit festen Preisen kalkuliert werden oder aber der Anbauer kann auf hohe Zuckerpreise spekulieren, um davon mitzuprofitieren.

 

Zukünftig ist der Welthandelspreis die zentrale Drehschraube in der Zuckerproduktion. Er erhöht den Druck auf Rüben- und Zuckerproduktion, aber auch auf die Zuckerrübenzüchtung. Mehr Zuckerertrag auf gleicher Fläche wird als zentraler „Kostensenker“ betrachtet.

 

Der Zuchtfortschritt trägt zu rund 50 Prozent den Ertragsfortschritt im Zuckerrübenanbau. Waren in den 1970er Jahren Zuckerrübensorten bis zu 12 Jahre erfolgreich im Anbau, so waren es in den 1990er Jahren nur noch 8 Jahre. Heute beträgt der Lebenszyklus oft nur noch 4 oder 5 Jahre. Man will die Innovationskraft einer neuen Sorte so schnell wie möglich auf dem Feld nutzen und den Ertragsfortschritt vorantreiben. Der Züchter muss seine Zucht- und Selektionsprogramme laufend erweitern, um immer ertragsstärkere und krankheitsresistente Zuckerrüben liefern zu können. Gleichzeitig muss das neue Sortensaatgut erzeugt werden, damit es rechtzeitig in ausreichender Menge und in bester Qualität für den Anbau bereit stehen kann. So werden pro Jahr 1,5 bis 2 Prozent mehr Zuckerertrag allein durch die Züchtung realisiert.

 

Die Anforderungen an Industrie, Anbau und Züchtung steigen gleichermaßen an, der Zuckermarkt ist im Wandel. Mit Kreativität und Innovationskraft auf dem Acker, in der Fabrik und im Labor wird konstruiert, geplant und geforscht, um den Rübenanbau ohne Quote wirtschaftlich zu gestalten. 

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