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Thema des Monats

Thema des Monats

22.12.2015

Klima im Fokus

Der Klimagipfel in Paris ist erfolgreich zu Ende gegangen. Die 195 Staaten der Welt haben sich geeinigt und wollen ab jetzt gemeinsam gegen die Klimaerwärmung vorgehen. Ein Weltklimavertrag soll das zukünftige Vorgehen festlegen. Die Landwirtschaft ist direkt von den Folgen des Temperaturanstiegs betroffen. Schwankungen in der Temperatur sind jedes Jahr direkt an der Pflanzenentwicklung ablesbar. Sind Bodenfeuchte und Sonneneinstrahlung ausreichend vorhanden, dann wirkt sich eine Temperaturerhöhung in unseren Breiten in der Regel förderlich auf Pflanzenwachstum und Ertragsbildung aus.

 

Thema des Monats, Dezember 2015


Grafik: Mittlere Jahrestemperatur in Deutschland seit 1900 (Daten: DWD) und die Temperaturprognosen des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (Daten: PIK) bis 2100, CO2-Konzentration Mauna Loa (Daten: NOAA).

 

In Deutschland wird seit Ende des 19. Jahrhunderts die Temperatur regelmäßig und vergleichbar in zahlreichen Wetterstationen aufgezeichnet. Daraus ergeben sich die oben dargestellten jährlichen Temperaturmittelwerte für Deutschland von 1900 bis 2014. Ein deutlicher Anstiegstrend zu höheren Temperaturen wird besonders in den letzten 30 bis 40 Jahren deutlich.

Als Linien dargestellt, schließen sich prognostizierte Temperaturentwicklungen in 10-Jahres-Schritten bis zum Jahr 2100 an. Die Prognosetemperaturen wurden mit Hilfe des Modells RCP 8.5 vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung ermittelt (www.klimafolgenonline.com).  Die Modellrechnungen basieren auf historischen Daten und berücksichtigen die CO2-Konzentration in der Atmosphäre. Die CO2-Konzentration steigt kontinuierlich seit 1959 an, wie die Messungen an der Referenzstation Mauna Loa der NOAA (Nationale Ozean- und Atmosphärenbehörde, USA) in Hawai zeigen. Der Anstieg der Kohlendioxid-Konzentration in der Atmosphäre sorgt zusammen mit weiteren Klimagasen für die auffallend schnelle Erderwärmung, die zur Zeit weltweit beobachtet wird.

 

In Deutschland ist die durchschnittliche Jahrestemperatur von 1881 bis heute von 7,6 °Celsius um rund 1,3 °Celsius auf 9 °Celsius angestiegen. Dabei ist zu beobachten, dass die Temperaturen der Wintermonate etwas stärker ansteigen als die Temperaturen in den Sommermonaten (Januar +1,9 °C und Juni +0,7 °Celsius).

 

Damit stünde der Zuckerrübe eine längere Vegetationszeit zur Verfügung. Sie könnte bei gleichzeitig guten Bodenverhältnissen früher ausgesät werden. Die März- und Apriltemperaturen sind heute um durchschnittlich 1,8 bzw. 1,6 °Celsius höher als noch vor 100 Jahren. Wärmere Herbstmonate erhöhen die Zuwächse bis zur Rübenernte. Gleichzeitig entwickeln sich aber auch viele Schadorganismen besser. Im Rübenanbau sind das zum Beispiel Nematoden, die sich bei höheren Bodentemperaturen schneller vermehren. Aber auch Cercospora-Blattflecken breiten sich bei gleichzeitig feuchter Witterung wesentlich schneller aus.

 

Zusammen mit dem züchterischen und anbautechnischen Fortschritt wird auch der Klimaerwärmung ein bedeutender Anteil am Ertragszuwachs der Zuckerrübe beigemessen. Der Klimawandel wird allerdings die Produktionstechnik noch stärker herausfordern z.B. durch den Anbau adaptierter Sorten und Fragen der wasserschonenden Bewirtschaftung in den Vordergrund rücken.  

457-16-81