Home Produkte Service Anbauberatung SQ-Check Zuckerrüben aktuell Rübenjahr Thema des Monats Proberodung Biogas aus Rüben Getreide aktuell Pflanzenbau Vorträge Downloads Video Termine Info-Links Anfahrtsskizze Forschung und Entwicklung Produktion Über uns Jobs und Karriere
Thema des Monats

Thema des Monats

07.11.2016

Gelb und streifig

Auffallend viele Rübenbestände präsentierten sich in diesem Jahr zur Ernte gelb und oftmals streifig. Schon vorab im Laufe der Wachstumsperiode fielen immer wieder Felder oder Schlagbereiche durch gelb verfärbtes oder aufgehelltes Blatt auf. Die Gründe dafür waren in diesem Jahr vielfältig: Beginnend mit der fehlenden Frostgare, über Verschmierungen und Verdichtungen verursacht durch zu frühe Saatbettbereitung, im Frühsommer führten hohe Niederschlagsmengen sowie Starkregen zur Bodenvernässung, bis hin zur ausgeprägten Trockenheit im Spätsommer und Frühherbst. Die Pflanzen litten unter zeitweisem Mangel an Nährstoffen und Sauerstoff.

 

Thema des Monats November 2016


Grafik: Was ließ die Rübenblätter 2016 gelb werden?

 

Gelbe Rübenblätter wurden im diesjährigen Vegetationsverlauf häufiger beobachtet. Je nach Witterung wandelte sich das Aussehen des Blattapparats jedoch wieder. Zur Erntezeit präsentierte sich das Blatt oft durchgängig gelb oder unterbrochen durch grüne Streifen entlang der Fahrgassen. Nach Regenfällen änderte sich das Bild meistens schnell wieder und das Blatt färbte sich wieder schön gleichmäßig grün. Hier war die Nährstoffaufnahme durch die ausgeprägte Trockenheit gehemmt. Der einsetzende Regen ab Mitte/Ende September führte dem trockenen Boden wieder Wasser zu. Mit der wässrigen Lösung können die Pflanzenwurzeln Stickstoff und weitere Nährstoffe wieder ausreichend aufnehmen. In den feuchteren Fahrspuren war die Nährstoffaufnahme noch längere Zeit möglich. Hier hält sich das Wasser länger, versickert und verdunstet nicht so schnell, da der Unterboden durch das Überfahren dichter liegt.

 

Verfärben sich bei Rüben die Blätter gelb, dann deutet das oftmals auf einen Nährstoffmangel hin. Für die Bildung wichtiger Organellen, zu denen die grünen Chloroplasten gehören, stehen nicht mehr ausreichend Nährstoffe zur Verfügung. In der Folge überwiegen Carotinoide und andere Farbstoffe und lassen das Blatt gelb erscheinen. Es bilden sich die visuell sichtbaren Chlorosen oder Blattbleichen. Schadorganismen können jedoch ebenfalls Gelbverfärbungen der Blätter auslösen. Das ist zum Beispiel bei der Rizomania (viröse Vergilbung) der Fall, das Virus verursacht die typische Gelbfärbung der Blattadern. Auch Nematodenbefall hat eine Blattaufhellung zur Folge.

 

Strukturschäden und Sauerstoffmangel sind in diesem Jahr vermehrt aufgetreten und haben sich über das Blatt durch Aufhellungen bemerkbar gemacht. Im Frühjahr war der Boden zur Aussaat oberflächlich sehr gut abgetrocknet, jedoch war die Bodenfeuchte im Untergrund häufig noch zu hoch. Es fehlte im Winter der eindringende Frost, der die Bodenteilchen auseinander sprengt und eine durchlässige Struktur schafft. Durch die Bodenbearbeitung entstanden Schmierschichten und behinderten in der Folge das Wurzelwachstum. Im Frühsommer stauten sich die enormen Regenmengen auf den Bodenverdichtungen und verlängerten den Wasserstress für die Rübenbestände. 

457-16-81