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Thema des Monats

Thema des Monats

07.09.2016

Zuckerproduktion eingestellt

Der Sommer ist vorbei und ließ für die Mehrheit der Deutschen viel an Sonne und Wärme zu wünschen übrig. Erst im letzten Augustdrittel kam es zu einer stabilen deutschlandweiten Hitzewelle. Die Temperaturen stiegen auf über

35 °Celsius an. Fehlt dann der Wassernachschub auf den Zuckerrübenfeldern, wie es in einigen Regionen Mitteldeutschlands der Fall ist, legen sich die Rüben regelrecht schlafen. Dieses Phänomen ist zuerst auf Böden mit schlechter Wasserversorgung sichtbar, wie Sandböden ohne Beregnung. Die Zuckerrübenblätter schlaffen und liegen schließlich sternförmig um den Rübenkopf verteilt auf dem Boden. Das ist bei großer Hitze und Einstrahlung gefährlich.

Thema des Monats September 2016


Grafik: Temperaturen im Tagesverlauf gemessen auf der Bodenoberfläche in einem schlafenden Zuckerrübenbestand in Klein Dahlum, Kreis Wolfenbüttel vom 27. bis 29. August 2016 (oben im Bild)


Das Blätterdach der Zuckerrüben schützt den Boden nach dem Reihenschluss vor Sonneneinstrahlung und Austrocknung. Unter dem Blätterdach herrscht ein eigenes Mikroklima. Kommt es in Folge von Hitze und Trockenheit zu welkendem Blatt und schlafenden Rüben, dann ist die Bodenoberfläche der Witterung ungeschützt ausgesetzt. Der Boden erwärmt sich schneller und trocknet gleichzeitig stärker ab. Mit Hilfe von Bodensonden wurden in einem schlafenden Zuckerrübenbestand in Klein Dahlum, Landkreis Wolfenbüttel vom 27. bis 28. August 2016 auf der Bodenoberfläche Temperaturen von über 50 °C gemessen. Die auf dem Boden liegenden Blätter werden in den Mittagsstunden förmlich gegart und irreversibel zerstört. Das geht im Extremfall bei anhaltender Trockenheit bis zum Verlust des gesamten Blattapparates. 

 

Thema des Monats September 2016
Spaltöffnungen: Bei guter Wasserversorgung sind die Schließzellen prall mit Wasser gefüllt und der Spalt öffnet sich (links). Bei Wassermangel erschlaffen die Schließzellen, der Spalt schließt sich (rechts).

 

Auf zu hohen Wasserverlust oder Trockenheit reagiert die Pflanze mit dem Schließen der Spaltöffnungen auf den Blattoberflächen, den Stomata. Ist genügend Wasser vorhanden, dann sind die Schließzellen prall gefüllt und die Stomata sind offen. Sie lassen Kohlendioxid für die Fotosynthese hinein, gleichzeitig werden Sauerstoff und Wasserdampf abgegeben. Stockt der Wasserfluss in der Pflanze, erschlaffen die Schließzellen und die Spaltöffnung schließt sich. Kohlendioxid gelangt nicht mehr ins Blatt. Auch die natürliche Blattkühlung ist durch den Wassermangel unterbrochen. Die Fotosyntheseleistung geht zurück. Die Pflanze welkt, bei anhaltendem Wassermangel schläft der Rübenbestand.

 

Das Schlaffen oder Welken der Pflanzen ist eine Schutzfunktion vor zu großem Wasserverlust. Setzt rechtzeitig Regen ein, dann erholt sich ein schlafender Bestand schnell wieder vollständig. Häufig wird danach jedoch ein Absterben der älteren Blätter beobachtet. Nach langanhaltender Trockenperiode bilden die Pflanzen neues Blatt. Dafür wird bereits eingelagerter Zucker verbraucht, zusätzlich verschlechtert sich durch die Wachstumsprozesse die Qualität der Rüben. Der Ertragszuwachs ist verzögert.

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