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Thema des Monats

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04.07.2014
"Sonne satt"

Juni und Juli sind die Monate des stärksten Blattwachstums. In der ersten Augustdekade ist das Maximum an Blattmasse erreicht. Danach beginnt die Reifephase der Zuckerrüben und die Blattmenge ist kontinuierlich rückläufig. Wieviel Blatt bis August gebildet wurde, schwankt von Jahr zu Jahr und auch von Region zu Region sehr stark. Parallel setzt im Juni und Juli das Massenwachstum ein. Der Rübenkörper wird aufgebaut. Der Wachstumsverlauf von Blatt und Rübe wird maßgeblich von der Witterung beeinflusst. Das Blatt:Rübe-Verhältnis gibt Aufschluss über den Status der Substanzbildung.  


Witterung und Blatt:Rübe-Verhältnis



Grafik: Wirkung von Sonnenschein, Temperatur und Niederschlag auf das Blatt:Rübe-Verhältnis in der Region Söllingen nach Strube-Proberodungen in der 33. Kalenderwoche in den Jahren von 1969 bis 2013 (Wetterflächendaten für Sachsen-Anhalt nach DWD)

 

Das Blatt:Rübe-Verhältnis wurde nach Proberodungen in der Region Söllingen (Helmstedt/Halberstadt) jeweils in der 33. Kalenderwoche, dem Beginn der zweiten Augustdekade ermittelt. In der Region Söllingen schwankte es in den Jahren von 1969 bis 2013 zwischen 0,6 und 2,1. Bei Werten über 1 war das Blattgewicht höher als das Rübenkörpergewicht, unter 1 war der Anteil der Rübe größer als der Blattanteil. Nach der ersten Augustdekade nimmt die Blattmasse kontinuierlich ab und das Blatt:Rübe-Verhältnis verschiebt sich immer mehr zu Gunsten der Rübe. Die Rübenpflanze reift ab.

 

Es zeigt sich, dass mit steigendem Sonnenangebot das Blatt:Rübe-Verhältnis sinkt. Es wird vermehrt Rübenmasse gebildet. Ebenso verhält es sich bei einem steigenden Wärmeangebot. Je höher die Temperatur desto mehr verschiebt sich das Blatt:Rübe-Verhältnis zu Gunsten der Rübe. Niederschläge hingegen verändern das Blatt:Rübe-Verhältnis eher zu Gunsten des Blatts. Während sich Wassermangel zum Beispiel begrenzend auf die Blattbildung in der Hauptwachstumsphase Juni und Juli auswirkt, fördert ein hohes Wasserangebot hingegen die Blattbildung. Temperaturen um 18 °Celsius sind für die Blattbildung bereits optimal.

 

Da die Region Söllingen im Südosten Niedersachsens direkt an das Bundesland Sachsen-Anhalt angrenzt, wurden die DWD-Wetterflächendaten der Region Sachsen-Anhalt für die Darstellung gewählt. Es wurden jeweils die Witterungsdaten der Monate Mai, Juni und Juli betrachtet. Sonnenstunden und Niederschlagsmengen der Monate wurden summiert, für die Temperatur wurde das dreimonatige Tagesmittel errechnet. Das Strahlungsangebot schwankte in den Jahren von 1969 bis 2013 von Anfang Mai bis Ende Juli zwischen 400 und 850 Sonnenstunden, die durchschnittliche Wärme bewegte sich zwischen 14 und 18 °Celsius im Mittel pro Tag und auch im Niederschlagsangebot gab es große Unterschiede von bis zu 250 mm.

 

Am 11. August beginnen wir in diesem Jahr mit unseren Proberodungen in der Region Söllingen. Dann wird sich zeigen wie sich die diesjährige Witterung auf das Wachstum und das Blatt:Rübe-Verhältnis ausgewirkt hat. Ein niedriges Blatt:Rübe-Verhältnis ist eine gute Vorausetzung für hohe Ber. Zuckererträge im Herbst zur Ernte.

457-16-81