innovativ aus Tradition seit 1877
Home Produkte Service Anbauberatung Zuckerrüben aktuell Rübenjahr Thema des Monats Proberodung Biogas aus Rüben Getreide aktuell Pflanzenbau Vorträge Downloads Termine Info-Links Anfahrtsskizze Forschung und Entwicklung Produktion Über uns Jobs und Karriere
Thema des Monats

Thema des Monats

14.08.2014
"Schlechte Bedingungen"

Im Gegensatz zu nematodenresistenten Zuckerrübensorten reduzieren tolerante Sorten den Nematodenbesatz des Bodens nicht. Doch der Ertrag resistenter Sorten reicht noch nicht für einen wirtschaftlichen Anbau aus.

 

    Zwischenfrucht

Bei Nematodenbefall empfiehlt es sich deshalb besonders vor der Zuckerrübenaussaat und bei Raps in der Fruchtfolge den Nematodenbesatz mit Hilfe von resistenten Zwischenfrüchten zu verringern. Mit resistenten Zwischenfrüchten werden die Nematodenlarven zum Schlüpfen gereizt, doch in den Wurzeln finden sie nur schlechte Ernährungsbedingungen vor.

Thema des Monats August 2014



Grafik: Nematodenreduktion mit Hilfe nematodenresistenter Zwischenfrüchte

1. Die zitronenförmigen Zysten überdauern im Boden. In den Zysten befinden sich die Eier mit den Nematodenlarven. 2. Ausscheidungen der Wurzeln erzeugen einen Schlupfreiz. Die Larven verlassen die Zyste und wandern zu den Wurzeln. 3. Die Nematodenlarven dringen kurz hinter der Wurzelspitze mit Hilfe ihres Mundstachels in das Wurzelgewebe ein. 4. Im Wurzelgewebe von resistenten Zwischenfrüchten entwickelt sich kaum Nährgewebe. 5. Nur für die männlichen Larven sind die Ernährungsbedingungen ausreichend. 6. Nur wenige Weibchen reifen aus, viele sterben ab. 7. Nur wenige Weibchen können begattet werden und reifen ab. Im Boden ist der Befall mit Zysten deutlich reduziert.

 

Nematodenresistente Zwischenfrüchte wie resistente Ölrettich- und Gelbsenfsorten verringern die Anzahl der Nematodenzysten im Boden. Wirtspflanzen des Nematoden „Heterodera schachtii“ im Ackerbau sind Zuckerrüben, Futterrüben, Raps und verschiedene Ackerkräuter. Die Wirtspflanzen reagieren mit der Bildung eines speziellen Nährzellensystems, nachdem die Nematodenlarve mit ihrem Mundstachel Sekret in die Wurzelzelle abgegeben hat. Das Nährzellengewebe ist sehr stoffwechselaktiv und entzieht der Pflanze wichtige Stoffe für die Ernährung der Nematoden. In resistenten Pflanzen hingegen wird das überlebenswichtige Nährzellengewebe nur ungenügend ausgebildet. Die mangelnden Ernährungsbedingungen lassen insbesondere viele Nematodenweibchen absterben, denn diese benötigen mehr Nahrung. Nur wenige Weibchen überleben, können begattet werden und reifen zu den eiertragenden Dauerzysten aus. So kann mit Hilfe von resistenten Zwischenfrüchten der Zystenbesatz um bis zu 90 Prozent reduziert werden.

 

Nur die zitronenförmigen Zysten, die Weibchen, werden so groß, dass sie mit bloßem Auge sichtbar sind. Diese hängen an den feinen Pflanzenwurzeln und fallen nach Begattung und Reife ab. Die unterschiedlichen Farbschattierungen der Zysten sind Anzeichen des Alterungsprozesses. Die hellen Zysten sind jung, die alten dunkelbraunen Dauerzysten sind bis zu 10 Jahre überlebensfähig. Diese enthalten bis zu 500 Eier mit den darin befindlichen Larven. Knapp 1 Millimeter – stecknadelkopf - groß werden die Zysten in der Regel. Die Eier und Larven sind ohne Vergrößerungsglas nicht sichtbar.

 

Tolerante Zuckerrübensorten erzeugen heute trotz Nematodenbefall hohe Erträge wie unter Nichtbefall. Doch sie haben nicht die nematodenreduzierende Wirkung wie resistente Sorten. Der Mechanismus wie tolerante Sorten unter Befall hohe Erträge ermöglichen ist noch nicht endgültig geklärt. Deshalb muss auch beim Anbau toleranter Zuckerrübensorten mit bis zu 3 Entwicklungszyklen je nach Umweltbedingungen wie Temperatur, Bodenart und Wassergehalt pro Jahr gerrechnet werden. Innerhalb der nematodentoleranten Sorten kann man z. Zt. keine Klassifizierung hinsichtlich einer Vermehrung ableiten.

 

Foto oben: Schlathölter, P.H.Petersen

Nematodenresistente Zwischenfrüchte

Weitere Informationen zu nematodenresistenten Zwischenfrüchten finden Sie bei unseren Partnern der Saaten-Union und bei der Saatzucht P.H.Petersen, dem Zwischenfruchtspezialisten.

Unser Vertriebspartner für Getreide

       Saaten-Union

 

457-16-81