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Rüben sind verkrustet – Was ist zu tun?

 

Starke Niederschläge kurz nach der Saat führen nicht selten zur Verschlämmung der Bodenoberfläche eines Zuckerrübenfeldes. Damit einher gehen oft Erosion und in der Folge Bodenverlust, besonders in Hanglagen.

 

Trocknet die verschlämmte Bodenoberfläche langsam ab, so bildet sich auf vielen Böden eine sehr harte Kruste, die nur von wenigen keimenden Rübenpflanzen aufgebrochen werden kann. Die Keimlinge streben zur Bodenoberfläche, drehen sich aber unter der harten Kruste korkenzieherartig, bis ihre Kraftreserven verbraucht sind. Die Folge sind mangelhafte Bestandesdichten.


Verkrustung Verkrustung Verkrustung
Verkrustung

Verkrustung
 

In Strube-Exaktversuchen erreichten nach der Saat verschlämmte Zuckerrübenbestände Feldaufgänge zwischen 43 und 49 Prozent. Die daraus resultierenden Verluste im bereinigten Zuckerertrag gegenüber der Kontrolle lagen zwischen 5 und 12 Prozent. Die Bilder zeigen das Beregnen der Exaktversuche mit 20 mm Niederschlag nach der Saat.

 
Versuch Verschlämmung und Verkrustung   Versuch Verschlämmung und Verkrustung
 

Umbrechen oder nicht?

 

Das Ermitteln der Bestandesdichte ist einfach:

  • Bei 45 cm Reihenabstand wird eine Strecke von 11,10 m zwischen zwei Reihen abgemessen. Alle aufgelaufenen Rüben in diesen beiden Reihen werden gezählt.
  • Bei 50 cm Reihenabstand ist die Vorgehensweise die Gleiche, allerdings mit einer Zählstrecke von 10 m.

Das Ergebnis wird mit 1000 multipliziert und ergibt die Bestandesdichte in Pflanzen pro Hektar. Um einen repräsentativen Überblick über einen gesamten Schlag zu erhalten, sollten die Zählungen über den Schlag verteilt mehrfach wiederholt werden.

 

Es empfiehlt sich, die Zählstrecken zu markieren. So kann durch erneute Zählung der gleichen Strecken, etwa zwei Tage später, festgestellt werden, ob der Bestand stagniert oder ob Zuwachs stattfindet.

 

Bestandesdichten bis hinunter auf 40.000 Pflanzen pro Hektar sollten nicht automatisch umgebrochen werden. Zuerst sollte festgestellt werden, ob es sich bei der mangelhaften Fläche nur um eine Teilfläche oder einen ganzen Schlag handelt. Weiterhin sollte mehrfach die gleiche Strecke im Abstand von zwei oder drei Tagen gezählt werden, um festzustellen, ob noch Zuwachs erfolgt.

 

Bei Beständen über 40.000 Pflanzen pro Hektar, die gleichmäßig verteilt sind, ist es oft sinnvoll, sie stehen zu lassen.
Ist der Bestand allerdings sehr unregelmäßig, kleiner als 40.000 Pflanzen pro Hektar und erfolgt kein Zuwachs mehr, sollte mit dem Umbruch und einer Neuanlage nicht zu lange gezögert werden, denn jeder Tag kostet Ertrag.

457-18-4425